Umstrittene montenegrinisch-kroatische Grenzfrage kommt vor Gericht

26. März 2015, 14:57
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Außenminister Luksic erwartet binnen Monatsfrist Einigung Podgoricas und Zagrebs dazu

Podgorica/Zagreb/Den Haag - Die Frage der umstrittenen montenegrinisch-kroatischen Staatsgrenze bei der Halbinsel Prevlaka soll nun gerichtlich gelöst werden. Der montenegrinische Außenminister Igor Luksic erklärte am Donnerstag im Parlament, er erwarte, dass Podgorica und Zagreb binnen Monatsfrist eine gesonderte Einigung erzielen würden, um den Fall dem Internationalen Gerichtshof (IGH) zu übertragen.

Hinsichtlich des 99,3 Hektar großen Landzipfels an der Bucht von Kotor wird seit 2002 eine Übergangslösung angewandt. Die Halbinsel, die nach dem Zerfall Jugoslawiens Anfang der neunziger Jahre zunächst von den von Belgrad kontrollierten jugoslawischen Streitkräften besetzt worden war, gehört nun zu Kroatien. Die Übergangslösung war eigentlich schon 2012 ausgelaufen, wird aber nach wie vor respektiert. Zagreb und Podgorica konnten sich in der Zwischenzeit nämlich nicht auf eine dauerhafte Regelung einigen.

Die Grenzfrage hatte nach der Vergabe von Lizenzen zur Erkundung von Öl- und Gasvorkommen in der kroatischen Adria Ende des Vorjahres an Bedeutung gewonnen. Diese dürften auch in der umstrittenen Region der Halbinsel Prevlaka verlaufen. (APA, 26.3.2015)

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