Nigeria: Grazer Med-Uni unterstützt Aufbau von Endoskopiezentrum

26. März 2015, 13:38
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Soll medizinische Versorgung in südwestnigerianischer Grenzregion verbessern

Graz - Mithilfe der Medizinischen Universität Graz wird ein Spital in Südwestnigeria zu einem Zentrum für Endoskopie des Magen-Darm-Traktes ausgebaut. Das Sacred Heart Hospital (SHH) in Abeokuta ist eines der wenigen Krankenhäuser in Nigeria, das kranken Menschen auch ohne Bezahlung eine Behandlung ermöglicht. Nun sollen dort mit steirischer Hilfe auch endoskopische Untersuchungen möglich werden.

Anhand der Endoskopie können Hohlorgane des menschlichen Körpers wie Speiseröhre, Magen, Dünn- oder Dickdarm unter direkter Sicht untersucht werden, um Krankheiten rechtzeitig zu erkennen bzw. schon während der Untersuchung behandeln zu können. "In Nigeria gibt es aktuell nur wenige Zentren, welche diese Untersuchungen anbieten können", hieß es in einer Aussendung des Grazer Chirurgen und Projektleiters Johann Pfeifer am Donnerstag.

Jahrelange Partnerschaft

Pfeifer hat kürzlich gemeinsam mit weiteren Ärzten/Ärztinnen, Pflegern/Pflegerinnen und Studierenden eine Endoskopie-Einheit, die von der Firma Olympus kostenlos zur Verfügung gestellt wurde, dem SHH in Abeokuta übergeben. Ein weiteres Gerät für Video-Endoskopie wurde von einem steirischen Krankenhaus aus dem Altbestand gespendet. Das von der katholischen Kirche geführte Spital in der südwestnigerianischen Grenzregion zu Benin verfügt über insgesamt 300 Betten und 15 Medizinern in den Abteilungen für Chirurgie, Innere Medizin, Kinderheilkunde, sowie Gynäkologie und Geburtshilfe. Das Grazer Team war insgesamt drei Wochen im SHH, um dort die medizinischen Geräte einzurichten, in Betrieb zu nehmen und das nigerianische Krankenhauspersonal einzuschulen.

Zwischen der Medizinischen Universität Graz und dem Sacred Heart Hospital besteht bereits seit Jahren eine Partnerschaft, über die dem Spital in Abeokuta immer wieder medizinische Hilfsgüter zur Verfügung gestellt werden. Ärzte des LKH Graz helfen kostenlos bei der chirurgischen Versorgung der Patienten und geben ihr Wissen an lokale Ärzte und Pflegepersonal weiter. Die Unterstützung durch steirische Mediziner soll weitergehen: "Auch in den kommenden Jahren soll regelmäßiger Austausch eine Unterstützung bieten", so Pfeifer. (APA, 26.3.2015)

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