Versandhändler Otto droht erstmals Verlust

26. März 2015, 13:32
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Umsatz stagnierte zuletzt - Bilanz 2014/15 wird im Mai veröffentlicht

Die Russlandkrise und schwächere Geschäfte bei mehreren Auslandstöchtern haben das Wachstum des deutschen Versandhandelskonzerns Otto deutlich gebremst. Der Umsatz kletterte im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr nur marginal um ein halbes Prozent auf gut 12 Mrd. Euro, wie das Familienunternehmen heute, Donnerstag, in Hamburg mitteilte.

Hohe Investitionen

Der Umbau der französischen Tochter 3SI und hohe Investitionen in neue Geschäftsfelder belasteten den Gewinn. "Wir rechnen mit einem empfindlich niedrigeren Ergebnis", sagte ein Sprecher. Er ließ offen, ob der Konzern erstmals rote Zahlen geschrieben hat. Insider halten dies für möglich. Die Bilanz für das Geschäftsjahr 2014/2015 will Otto im Mai veröffentlichen.

"Auch wenn wir uns in Deutschland und im Internetgeschäft solide entwickelt haben, sind wir mit dem Ergebnis des zurückliegenden Jahres nicht zufrieden", erklärte Vorstandschef Hans-Otto Schrader. Im Jahr davor hatte der Konzern vor Steuern einen Gewinn von gut 220 Millionen Euro verbucht.

Rückgang in Russland

Am stärksten ging das Geschäft in Russland zurück, wo der Umsatz in Folge der Ukraine-Krise und des Rubelverfalls um ein Viertel einbrach. Die Verkaufserlöse der zum Konzern gehörenden französischen 3SI Group, deren Geschäft derzeit auf den Onlinehandel umgestellt wird, schrumpften um knapp zwölf Prozent auf 851 Mio. Euro. Positiv habe sich hingegen das Geschäft in Nordamerika entwickelt, das von der Einrichtungs- und Lifestyle-Gruppe Crate and Barrel dominiert wird. Deren Umsatz kletterte 8,3 Prozent auf rund 1,4 Mrd. Euro.

Die Erlöse des Versandhändlers Schwab sanken um neun Prozent auf 232 Mio. Euro. Dagegen legte die Schwestergesellschaft Baur um 0,7 Prozent auf 674 Mio. Euro zu. Sportscheck verbuchte ein Minus von sieben Prozent auf 296 Millionen. Die auf Spielzeug spezialisierte Mytoys-Gruppe legte um rund elf Prozent auf 424 Mio. Euro zu. Die mehr als 100 Online-Shops der Otto Gruppe steigerten den Umsatz um fünf Prozent auf rund 6,5 Mrd. Euro. Die Einzelgesellschaft Otto, Kern des weltumspannenden Imperiums, wuchs um 2,9 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro. (APA/Reuters, 26.3.2015)

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