Problemzone trockene Haut: Weniger ist mehr

26. März 2015, 13:12
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Dermatologin rät von Duftstoffen und Konservierungsmitteln ab - Konsumenten wünschen sich bessere Angaben zu Inhaltsstoffen auf Kosmetikprodukten

Wien/Österreich-weit - Trockene Haut ist ein Massenphänomen, das Menschen in die Apotheken und Ordinationen treibt. Fast 62 Prozent zählten sich in einer Umfrage zumindest zeitweise zu den Betroffenen. "Bei trockener Haut gilt 'weniger ist mehr': Patienten sollten auf Kosmetikprodukte mit mehr als 15 Inhaltsstoffen verzichten", rät die Wiener Ärztin Alice Pinc.

Diese Faustregel sei zwar keine Garantie, könne aber schon helfen, Produkte zu finden, die Reizzustände nicht noch verschlimmern. Denn bei trockener Haut heiße es Finger weg von Duftstoffen, egal ob synthetisch oder natürlich, und Konservierungsmitteln, erläuterte die Dermatologin bei einem Pressegespräch am Donnerstag in Wien. Die Angaben dazu auf Kosmetikprodukten sind für viele Konsumenten aber kaum hilfreich: Zwei Drittel wünschen sich der Umfrage im Auftrag von GlaxoSmithKline Pharma zufolge dringend leichter verständliche Hinweise, ein weiteres Viertel "eher schon", womit sich insgesamt 92,7 Prozent über klarere Begriffe freuen würden.

Nachahmung der Hautstruktur

"Übergangszeit, Wind, Kälte und trockene Heizungsluft lassen unsere Haut trockener, rau und rissig wirken. Die uns und unseren Kindern scheinbar wohltuenden, duftenden Schaumbäder und Verwöhnduschen sind für beanspruchte und empfindliche Haut aber oft ungeeignet", sagte Pinc. Das gelte auch für Öl-in-Wasser-Pflegeemulsionen, die bei bereits vorhandenen Problemen die Hautbarriere noch weiter schädigen können. Besser seien Cremen, die die Hautstruktur nachahmen und die in der obersten Hautschicht fehlenden Fette durch hautverwandte Lipide ersetzen können. Ein Beispiel ist die Apotheken-Marke Physiogel von Stiefel, einem Unternehmen von GlaxoSmithKline, die Spezialprodukte für trockene Haut von der Bodylotion bis zum Shampoo umfasst und auch für Babys und Kleinkinder geeignet sein soll.

Etwa vier von fünf Befragten legen bei Pflegeprodukten besonderen Wert auf die Feuchtigkeitsversorgung der Haut. Trockenheit und Unreinheiten sind die häufigsten Beschwerden: 61,8 Prozent gaben an, dass sie trockene Haut haben bzw. hatten. Knapp die Hälfte leidet unter Unreinheiten. Dahinter folgen juckende (36,6 Prozent) und gerötete Haut (31,1 Prozent) sowie allergische Reaktionen (23,8 Prozent). Von Psoriasis sind laut Umfrage 7,7 Prozent betroffen, von Neurodermitis 6,7 Prozent. 13,4 Prozent der Befragten haben keine der abgefragten Beschwerden.

Aluminium und Silikonöle werden vermieden

Sieben von zehn Umfrageteilnehmern überprüfen vor dem Kauf zumindest manchmal die Inhaltsstoffe. Mehr als die Hälfte versucht, bestimmte Substanzen zu vermeiden - am häufigsten Aluminium (fast 80 Prozent), gefolgt von Silikonölen (rund 47 Prozent), Mikroplastik, Alkohol und Konservierungsmitteln. Dann folgen Duftstoffe (fast 30 Prozent), Parabene (28,5 Prozent) und Mineralöle (27,7 Prozent). 34,5 Prozent jener, die nicht auf die Wirkstoffe schauen, greifen aus Gewohnheit immer zu den gleichen Produkten und machen sich deshalb keine Gedanken darüber. Für 29,1 Prozent sind die Begriffe unverständlich und 28,4 Prozent haben generell noch nie daran gedacht, auf Inhaltsstoffe zu achten. (APA, 26.3.2015)


  • Etwa vier von fünf Befragten legen bei Pflegeprodukten besonderen Wert auf die Feuchtigkeitsversorgung der Haut.
    foto: apa/jörg carstensen

    Etwa vier von fünf Befragten legen bei Pflegeprodukten besonderen Wert auf die Feuchtigkeitsversorgung der Haut.

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