Netflix: Filmbranche muss Länderbeschränkungen abschaffen

26. März 2015, 10:45
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Für Netflix-CEO Reed Hastings sind Nutzer, die nicht zahlen wollen, das größere Problem

Meldungen wie "Dieses Video ist in Ihrem Land leider nicht verfügbar" könnten bald der Vergangenheit angehören. Die EU-Kommission will das sogenannte Geoblocking im Internet weitgehend abschaffen. Der Vorstoß dürfte nicht nur bei Nutzern gut ankommen. Auch der Videostreaming-Anbieter Netflix spricht sich gegen die Online-Grenzen aus.

VPN-Blockaden

Obwohl Netflix in immer mehr Ländern startet, zuletzt etwa in Australien, ist das Angebot nicht in allen Regionen gleich. Es hängt von den jeweiligen Lizenzen mit der Filmindustrie ab, in welchen Ländern ein Film oder eine Serie angeboten werden darf. Zahlreiche Nutzer setzen daher auf VPN, um beispielsweise bei der US-Version zu verschleiern, dass sie aus Österreich auf den Dienst zugreifen.

Diese "VPN-Piraterie" ist den Studios ein Dorn im Auge und drängt die Anbieter dazu, solche Nutzer zu blockieren. Für Netflix-CEO Reed Hastings ist das wenig sinnvoll, er plädiert dafür, die Ländersperren aufzuheben. Im Gegensatz zur "echten Piraterie" sei der Zugriff über VPN auf Netflix ein vergleichsweise geringes Problem, sagte Hastings gegenüber Gizmodo.

"VPN-Piraten" zahlen

Die "VPN-Piraten" seien ohnehin zahlungswillig, sie würden nur nicht das bekommen, wofür sie bezahlen, so Hastings. Die einfachste Lösung sei, dass Netflix überall dieselben Inhalte anbieten kann. Danach könne man sich der Bekämpfung der Piraterie widmen.

Ob die Filmindustrie dabei mitspielt, ist fraglich, zumal die Lizenzierung ein wichtiger Teil des Geschäfts ist. Das Problem der Verfügbarkeit sei für die Industrie aber jedenfalls einfacher zu beheben als das Problem mit Nutzern, die für die Inhalte nicht zahlen wollen, so Hastings. (br, derStandard.at, 26.3.2015)

  • Netflix würde seine Inhalte gerne global anbieten, die Filmindustrie wehrt sich jedoch dagegen. (Foto: Ausschnitt aus der Serie "Better Call Saul")
    foto: ap photo/amc, ursula coyote

    Netflix würde seine Inhalte gerne global anbieten, die Filmindustrie wehrt sich jedoch dagegen. (Foto: Ausschnitt aus der Serie "Better Call Saul")

  • Reed Hastings fordert das Aus für Geoblocking.
    foto: reuters/gonzalo fuentes

    Reed Hastings fordert das Aus für Geoblocking.

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