Apples Wunderwaffe gegen Spotify: Trent Reznor

26. März 2015, 09:47
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Der Musikproduzent soll den Streaming-Dienst laut Insidern von Grund neu aufbauen

Während sich die Musikindustrie allmählich gegen das Gratis-Modell von Spotify stellt, soll es Apple mit einem eigenen Streaming-Dienst richten. Ein kostenloses Grundangebot soll es nicht geben, wie zuletzt durchgesickert ist. Vergangenes Jahr hat das Unternehmen dafür Beats, Anbieter von Kopfhörern und eines Musik-Streaming-Dienstes, für drei Milliarden US-Dollar übernommen. Ein Mann soll beim Aufbau des neuen Dienstes eine besonders wichtige Rolle spielen: Trent Reznor, Musikproduzent und Frontmann der Nine Inch Nails.

Alte Hasen im Musikbusiness

Reznor war schon bei Beats als Chief Creative Officer am Werken. Nun soll er Apple dabei helfen, den Spotify-Konkurrenten von Grund auf neu aufzubauen, berichtet die New York Times unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen. Zuletzt holte sich das Unternehmen auch den britischen Star-DJ Zane Lowe, der bei der Überarbeitung von iTunes Radio helfen soll. Er gilt als Entdeckter zahlreicher neuer Talente. Apple setzt damit auf Personen, die direkt aus der Musikbranche kommen, anstatt den Aufbau des Dienstes alleine seinen Entwicklern zu überlassen.

Nicht billiger als Spotify

Geplant ist offenbar auch, dass in Zukunft zahlreiche neue Alben zuerst exklusiv über iTunes veröffentlicht werden. Damit könnte Kunden von den Gratis-Angeboten der Konkurrenz weggelockt werden.

Entgegen früherer Berichte sollen die Streaming-Abos des Mac-Herstellers jedoch nicht günstiger als die der Konkurrenz sein. Apple habe zwar einen Preis 8 statt 10 US-Dollar im Monat anvisiert, die Labels hätten sich jedoch dagegen gestemmt. Für die New York Times bedeutet das, dass Apple gegenüber der Musikindustrie nicht mehr die starke Verhandlungsposition von früher hat.

Zurückgefallen

Einst ein Vorreiter bei Musik-Downloads muss Apple nun aufholen, um den Anschluss an die aus dem Boden sprießenden Streaming-Dienste zu schaffen. Zumal die Download-Zahlen rückgängig sind.

Details zu Apples Streaming-Dienst sind noch rar. So soll es - ähnlich wie bei Beats Music und Spotify - kuratierte Playlists geben, der in iTunes bzw. iOS integrierte Dienst soll ein neues Interface und einen neuen Namen bekommen. Nach einigen Verzögerungen soll das Angebot im Sommer vorgestellt werden. (red, 26.3.2015)

  • Trent Reznor soll als ehemaliger Chief Creative Officer von Beats nun Apples Streaming-Dienst von Grund auf neu aufbauen.
    foto: reuters/lucas jackson

    Trent Reznor soll als ehemaliger Chief Creative Officer von Beats nun Apples Streaming-Dienst von Grund auf neu aufbauen.

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