Med-Uni gegen Privatspital beim AKH

26. März 2015, 10:39
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Entsprechender Gremienbeschluss gefällt - Uniqa-Versicherung: "Überhaupt noch nichts entschieden"

Wien - Die Medizinische Universität Wien ist strikt gegen die Errichtung eines Privatspitals auf dem Gelände des Universitätscampus beim AKH. Die Gremien hätten sich mit "aller Deutlichkeit" gegen die Pläne ausgesprochen, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung der Med-Uni. Konkret ist das Vorhaben aber sowieso noch nicht, wie die Uniqa-Versicherung, die eine Beteiligung am Projekt erwägt, erklärte.

Mangelnde Einbindung

"Rektorat, Universitätsrat und Senat sind einhellig der Meinung, dass es sich hier um eine eklatante Fehlentwicklung handelt, da gerade dort, wo das Privatspital gebaut werden soll, die Universitätskliniken am AKH der letzten Möglichkeit beraubt werden, für den Forschungsbetrieb mittel- bis langfristig weitere Laborgebäude zu errichten", erklärte Rektor Wolfgang Schütz. Weltweit sei es üblich, sich an forschungsstarken Klinikstandorten Optionen für den Ausbau möglichst lange offenzuhalten. Einem Privatspital seien Forschung und Lehre hingegen "per definitionem" kein Anliegen.

Schütz beklagte auch mangelnde Einbindung: "Die Medizinische Universität Wien, obwohl zukünftiger Partner der Stadt Wien für eine gemeinsame Betriebsführung des Universitätsspitals AKH Wien, ist darüber bis jetzt in keiner Weise offiziell informiert worden. Erst aufgrund insistierender Befragung unsererseits wurde seitens der Teilunternehmung AKH Wien mitgeteilt, dass zwischen Stadt Wien und der Uniqa Österreich Versicherungen AG ein Flächenabtausch zur Schaffung von Bauflächen für kostengünstige Wohnungen geplant ist."

Uniqa-Spital auf dem AKH-Areal

Demnach soll die Fläche der Confraternität-Privatklinik in der Josefstadt - einer Klinik der Uniqa-Tochter Premiqamed - der Stadt Wien überlassen werden, dafür soll der Uniqa ein Bereich auf dem AKH-Areal für den Bau eines neuen Hauses zur Verfügung gestellt werden, hieß es. "Da sich vonseiten unserer unmittelbaren Partner, des AKH Wien und des Wiener Krankenanstaltenverbundes KAV, offenbar niemand gegen diesen Deal ausgesprochen, sondern ihn willenlos zur Kenntnis genommen hat, sprechen sich nun, nachdem die Hintergründe endlich bekannt sind, die Gremien der Med-Uni Wien mit Vehemenz gegen diese Überlegungen aus", so Schütz.

Ein Sprecher der Uniqa bestätigte Überlegungen für eine Übersiedlung. Im alten Gebäude der Confraternität sei ein moderner Klinikbetrieb nur mehr schwer umzusetzen, darum habe man verschiedene Varianten geprüft, auch einen Neubau am bestehenden Standort. Eine Möglichkeit sei jedoch auch, sich an dem Projekt beim AKH zu beteiligen, das von einem weiteren Partner umgesetzt werden soll (laut "Presse" die Wiener Städtische Versicherung, Anm.). "Es gibt Vorgespräche, es ist aber überhaupt noch nichts entschieden", versicherte die Uniqa. (APA, 25.3.2015)

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