Knox-Prozess hat vor Oberstem Gericht in Rom begonnen

25. März 2015, 14:46
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Sollecito anwesend - Großes Interesse internationaler Medien - Urteil für Freitag erwartet

Rom - Vor dem Obersten Gericht in Rom, der dritten Instanz im italienischen Strafsystem, hat am Mittwoch der letztinstanzliche Prozess gegen die US-Studentin Amanda Knox und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito begonnen. Das Kassationsgericht prüft das Urteil der unteren Instanz. Die Angeklagten waren wegen des Mordes an der Britin Meredith Kercher verurteilt worden.

Im letztinstanzliche Prozess gegen die US-Studentin Amanda Knox und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito, der am Mittwoch in Rom begonnen hat, wird es voraussichtlich erst am Freitag zu einem Urteil kommen. Dies sagte der Präsident des Richterkollegiums Gennaro Marasca bei einer Pause im Prozess.

Zum Auftakt des Verfahrens ergriff Staatsanwalt Mario Pinelli das Wort. Dieser verteidigte den Urteilsspruch des Berufungsgerichts von Florenz, das Knox im Jänner 2014 zu 28,5 und Sollecito 25 Jahren Haft verurteilt hatte. Gegen das Urteil hatten die Verteidiger Einspruch eingereicht.

Gerichtssaal wurde gewechselt

Nach Pinelli sollten die Verteidiger und die Nebenkläger zu Worte kommen. Wegen eines starken Journalisten- und Zuschauerandrangs musste der Gerichtssaal gewechselt werden, in dem der Prozess begonnen hatte. Dutzende Journalisten aus aller Welt verfolgten das Verfahren.

Vor Gericht anwesend waren Sollecito und seine Angehörigen sowie der kongolesische Barmann Patrick Lumumba, den Knox kurz nach ihrer Festnahme des Mordes an Meredith Kercher beschuldigt hatte. Er war kurz daraufhin entlastet worden und hatte Knox wegen Diffamierung verklagt. Daher muss sich Knox in Rom auch wegen Lumumbas Verleumdung verantworten.

Sollecito derzeit in Freiheit

Sollte das Kassationsgericht die Strafe bestätigen, müsste Sollecito in Haft, da das Urteil dann rechtskräftig ist. Italien könnte bei der US-Justiz Knox' Auslieferung beantragen. Knox und Sollecito saßen bis zu ihrem Freispruch im Berufungsverfahren vier Jahre im Gefängnis. Der Italiener ist derzeit auf freiem Fuß.

Da der zuletzt - in Abwesenheit der Angeklagten - ergangene Schuldspruch nicht rechtskräftig ist, darf er das Land aber nicht verlassen. Als einziger Beschuldigter in der Causa ist ein Mann aus der Elfenbeinküste in einem separaten Verfahren nach einem Teilgeständnis rechtskräftig verurteilt worden. Er verbüßt eine Haftstrafe von 16 Jahren.

Die 21 Jahre alte Meredith Kercher war am 1. November 2007 teilweise entkleidet und mit zahlreichen Messerstichen getötet in ihrem WG-Zimmer in Perugia gefunden worden. Vor ihrem Tod war sie vergewaltigt worden. (APA, 25.3.2015)

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