Oberbank sammelt Frischgeld ein

25. März 2015, 11:36
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2015 annähernd Ergebniswerte von 2014 angepeilt

Wien/Linz - Die Oberbank sammelt ab 9. April frisches Kapital ein. Eine Woche davor wird der Ausgabepreis fixiert. Bisher steht die Bandbreite (45 bis 55 Euro), womit bei bis zu 1,9 Mio. jungen Aktien 86 bis 105 Mio. Euro hereinkommen dürften. Der Streubesitz (19,3 Prozent) dürfte um zwei bis drei Prozentpunkte steigen. Denn der größte Kernaktionär, die Bank Austria bzw. ihr Vehikel Cabo, macht nicht mit.

Oberbank-Chef Franz Gasselsberger sprach am Dienstag von "Indikationen, dass die Bank Austria diesmal nicht mitzieht. Das ist sicher ein historischer Schritt. Darauf stelle ich mich ein." Die Bank Austria hält derzeit 32,5 Prozent der Stammaktien der Oberbank.

Wie gewohnt mitziehen werden indes die ebenfalls börsennotierten Oberbank-Schwesterbanken BTV (Bank für Tirol und Vorarlberg) und BKS Bank, die je 18,5 Prozent halten und mit Wüstenrot (5,13 Prozent) syndiziert sind. Laut Gasselsberger hat die Bank Austria schon bei der jüngsten Kapitalerhöhung der Klagenfurter BKS im Oktober nicht mitgezogen.

Kapitalpuffer

Der Start zur Ausgabe junger Oberbank-Aktien setzt voraus, dass in der Woche vor dem 9. April keine Marktverwerfungen oder Stimmungsänderungen stattfinden. Stichwort Griechenland. Laut Gasselsberger ist darüber hinaus geplant, eine 30 Mio. Euro Kernkapitalanleihe (Tier-1) zu begeben. "Wir möchten unseren Kapitalpuffer weiter aufbauen." Das harte Kernkapital wird für 2014 mit 10,95 Prozent ausgewiesen, die Kernkapitalquote mit 11,6 Prozent. Heuer sollen es 12,6 Prozent werden und bis zum Jahr 2020 mehr als 13 Prozent.

Für 2014 hat die Bank mit 2.014 Beschäftigten bei einem Bilanzsummenzuwachs um 1,4 Prozent auf 17,77 Mrd. Euro eine gut 11-prozentige Gewinnsteigerung gemeldet. Das Betriebsergebnis lag bei 235,6 Mio. Euro, das Nettoergebnis bei 136,5 Mio. Euro. Die Dividende wird um 10 Prozent auf 55 Cent aufgestockt. Das hat der Aufsichtsrat gestern abgesegnet.

Kreditrisikovorsorgen

Auch die Kreditrisikovorsorgen wurden im vergangenen Jahr um 10,5 Prozent auf 78 Mio. Euro erhöht, bei einem Kreditwachstum um 4,8 Prozent auf 12,3 Mrd. Euro. Die Wertberichtigungsquote wird mit 0,64 Prozent angegeben. "Bei der Oberbank wird es im ersten Quartal 2015 unterm Strich null Kreditwertberichtigungen geben. Das hat es noch nie gegeben", sagte Gasselsberger bei der Jahrespressekonferenz in Wien. Neudotierungen und Auflösungen hielten sich die Waage. Aufs Jahr gesehen werde das nicht anhalten. Für 2015 ist die Bank zuversichtlicher als die Wirtschaftsforscher. Den Jahresgewinn sieht der Vorstand "annähernd" bei den Rekordwerten von 2014.

Ende 2014 hatte die Bank 156 Filialen, davon acht neue: je drei in Deutschland und in Tschechien, jeweils eine in Wien und Ungarn. Bis 2020 sollen es in Summe 180 Filialen sein, bei dann rund 2.100 Mitarbeitern. In der Zeit soll das Kreditvolumen um ein Drittel auf 16,4 Mrd. Euro steigen. In Wien - das jetzt Kernmarkt heißt - sollen heuer vier weitere Filialen auf dann 25 dazukommen, auf Sicht sollen es 30 oder 32 sein. "Man braucht auch eine gewisse Sichtbarkeit, man muss wahrgenommen werden."

Zukäufe ausgeschlossen

Zukäufe anderer Banken werden weiter ausgeschlossen. "Ein No-Go, das kommt für uns nicht in Frage." Mit dem Schuldenschnitt auf Hypo-Alpe-Adria-Anleihen mittels Sondergesetz vom Sommer 2014 hat die Oberbank 10 Mio. Euro verloren. Die Summe wurde in der letzten Bilanz vollständig abgeschrieben, eine Verfassungsklage gegen den vorjährigen Haircut läuft.

Gasselsberger erwartet, dass das nunmehrige Heta-Schuldenmoratorium samt erwartetem Schuldenschnitt auf Sicht "ein ganz großer Rechtsfall" wird - vor allem auch nach dem Aufschrei der betroffenen deutschen Banken, die Heta-Anleihen auf ihren Büchern haben. Keinen Kommentar gab es von Gasselsberger zur Entwicklung bei Lenzing. Es gebe keine Überlegungen, an der Beteiligung etwas zu ändern. (APA, 24.3.2015)

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