Anti-Zensur-Gruppe wirft China Mitschuld an Hackerangriffen vor

25. März 2015, 10:29
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"Konkrete Beweise" für Beteiligung der Behörden genannt

Eine gegen Zensur im Internet kämpfende Gruppe hat den chinesischen Behörden eine Mitschuld an Hackerangriffen auf Firmen wie Google, Microsoft und Mozilla gegeben. Die Regierung sei in Angriffe involviert, bei denen eine unerlaubte Zwischenschaltung, eine sogenannte Man-in-the-Middle-Operation, zwischen Nutzern und den von ihnen aufgerufenen Webseiten erfolge, teilte die Gruppe GreatFire.org mit.

Angriffe meist unentdeckt

Die Angriffe blieben meist unentdeckt und versetzten die Täter in die Lage, Daten auszuspähen, beispielsweise Passwörter, hieß es am Mitwoch weiter. Angaben der betroffenen Firmen ließen "konkrete Beweise" zu, dass die chinesische Cyberspace-Behörde (CAC) und das chinesische Internet-Netzwerk-Informationszentrum (CNNIC) hinter diesen Angriffen steckten. Dadurch werde die Sicherheit aller Nutzer gefährdet, hieß es.

Die Gruppe rief die Internetriesen Google, Mozilla, Microsoft und Apple auf, CNNIC-Zertifikaten nicht mehr zu vertrauen. Peking wies die Anschuldigungen zurück und rief alle Seiten auf "gegenseitige Vorwürfe ohne Beweise zu unterlassen".

Gegenseitige Vorwürfe

China und die USA machen sich regelmäßig gegenseitig für Hackerangriffe verantwortlich. Kritik gab es überdies zuletzt an einem chinesischen Gesetzesvorhaben, mit dem ausländische Firmen verpflichtet würden, Verschlüsselungs- und andere sensible Daten preiszugeben, wenn sie in China Geschäfte machen wollen. In China gibt es eine strenge Kontrolle des Internets. Beispielsweise werden als politisch sensibel geltende Internetseiten häufig blockiert, und in sozialen Netzwerken werden die Inhalte von Nutzern zensiert. (APA/AFP, 25.3.2015)

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