Conwert wehrt sich gegen Übernahmeangebot

24. März 2015, 21:06
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Immo-Konzern schrieb 2014 wegen Zinsswaps Verluste, Investor Petrus Advisers wendet sich an Übernahmekommission

Wien – Der börsenotierte Immobilienkonzern Conwert, für den die Deutsche Wohnen ein Übernahmeangebot gelegt hat, ist 2014 in die roten Zahlen gerutscht. Das Konzernergebnis nach Steuern drehte von plus 13,3 Mio. auf minus 8,9 Mio. Euro.

Grund dafür waren Zinsswaps aus den Jahren 2007 bis 2010. Das Management will nun die Finanzierung neu aufstellen. Das Deutsche-Wohnen-Angebot wird abgelehnt.

2014 war Conwert aber auch operativ schwächer als zuletzt unterwegs. Das Betriebsergebnis (Ebit) fiel um zwei Mio. auf 121,6 Mio. Euro, wie die Gesellschaft am Dienstagabend mitteilte. Auch die 95-Prozent-Tochter Eco Business-Immobilien AG hat den Nettoverlust im Jahr 2014 von 6,6 auf 13,7 Mio. Euro ausgeweitet.

Das Angebot der Deutschen Wohnen (11,50 Euro je Aktie) lehnen Conwert-Vorstand wie Verwaltungsrat als zu niedrig ab: "Der Geschäftsausblick für 2015 und 2016 sowie das Refinanzierungspotenzial von Conwert sind im Angebot nicht adäquat reflektiert." Das 977 Mio. Euro schwere Angebot läuft noch bis 15. April. Der Konzern will mindestens 50 Prozent plus eine Aktie, 30 Prozent hat er schon fix in der Tasche.

Conwert-Investor Petrus Advisers regte am Dienstag bei der Übernahmekommission per Brief "dringend" an, beim Sachverständigen der Conwert darauf zu drängen, "der Beurteilung des Angebotspreises ... jene Bilanzdaten und Bewertungsparameter zu Grunde zu legen, die ansonsten am Markt Anwedung finden". Fonds-Chef Klaus Umek kritisiert Conwert-Führung und Bewertungen seit längerem. (APA, gra, 25.3.2015)

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