Staatspreis Innovation: Neue Zähne, Leiterplatten und Kühltruhen

25. März 2015, 08:30
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Die sechs Nominierten des österreichischen Staatspreises Innovation 2015 im Überblick

Wien - Vom Vorarlberger Branchenspezialisten für Zahnersatz bis zum oberösterreichischen Stahlkonzern: 618 Projekte haben sich bei den vorgelagerten Landeswettbewerben beworben. 25 davon wurden für den Staatspreis Innovation vorgeschlagen. Eine österreichische Expertenjury hat schließlich sechs Unternehmen für die Auszeichnung nominiert, von denen am Mittwoch in Wien ein Sieger gekürt wird.

Der Staatspreis Innovation, der vom Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium vergeben und vom Austria Wirtschaftsservice (aws) durchgeführt wird, findet heuer zum 35. Mal statt.

Die sechs Nominierten sind:

  • Amann Girrbach AG, Koblach
    Der Vorarlberger Dentalspezialist hat eine Legierung entwickelt, die es auch Kleinunternehmen ermöglichen soll, günstige und fehlerfreie Zahnersätze wie Kronen und Brücken selbst herzustellen. Das Material Ceramill Sintron lässt sich fräsen wie weicher Kunststoff und wird erst danach gehärtet.

  • AT&S AG, Leoben
    Elektronische Komponenten werden auf immer engeren Raum zusammengedrängt. Der resultierende Temperaturanstieg ist für einen großen Teil der Produktfehler verantwortlich. Zur Kühlung der Leiterplatten ordnet das steirische Unternehmen Bauteile neu an und setzt Bohrungen, die die Hitze in andere thermische Schichten leitet. Als Schlüsselmaterial hat sich diamantenartiger amorpher Kohlenstoff erwiesen.

  • Benteler-SGL GmbH, Ried im Innkreis
    Das oberösterreichische Unternehmen konnte seine Produktion von Blattfedern aus faserverstärktem Verbundwerkstoff, die in Fahrzeugen Erschütterungen abmildern, entscheidend beschleunigen. Die bessere Verkettung der Fertigungsschritte lässt eine bis zu 40 Prozent höhere Produktionsmenge zu.

  • Biomin Holding GmbH, Herzogenburg
    Futtermittel sind oft mit Giften von Schimmelpilzen, sogenannten Fumonisinen, verunreinigt. Sie können für Tiere ungesund und sogar tödlich sein. Das Enzym FUMzyme des niederösterreichischen Unternehmens verhindert Schäden, indem es die Fumonisine zu ungiftigen Stoffwechselprodukten abbaut.

  • Liebherr GmbH, Lienz
    Das Osttiroler Unternehmen hat eine Supermarkttruhe für Tiefkühlprodukte entwickelt, die angeblich zahlreiche Vorteile bietet. Die spezielle Isolierung, ein Kältesystem sowie die Ausleuchtung mit LED-Leuchtkörpern in der Truhe trägt, wie es heißt, zur Energieeffizienz bei. Teilbereiche, die erwärmt werden müssen, werden aus der eigenen Abwärme des Geräts beheizt. Zudem ist die neue Truhe Smart-Grid-fähig.

  • Voestalpine Stahl GmbH, Linz
    Häufig kommt Zink als Korrosionsschutzbeschichtung bei Stahlprodukten zum Einsatz, obwohl dieses Element bei hohen Temperaturen rasch aufschmilzt und verdampft. Beim sogenannten Presshärten gilt es daher als schwer verarbeitbar. Die Voestalpine hat für ihr Stahlprodukt PHS Ultraform eine Methode entwickelt, um Zink besser einsetzen zu können. Die Lösung besteht im Steuern der Temperatur, sodass Zink nie flüssig wird und sich keine Mikrorisse bilden. (pum, DER STANDARD, 25.3.2015)
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