Mindestens 30 Tote bei Gefechten im Jemen

24. März 2015, 15:54
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Houthis rücken offenbar weiter auf Aden vor

Aden/Sanaa - Bei Kämpfen zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Abedrabbo Mansur Hadi sind im Jemen mindestens 30 Menschen getötet worden. In der zentralen Provinz Baida lieferten sich Kämpfer der schiitischen Houthi-Miliz mit Unterstützung von Anhängern von Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh am Montagabend erbitterte Gefechte mit sunnitischen Stammeskämpfern, wie aus Stammeskreisen verlautete.

Dabei seien neun Stammeskämpfer und 15 Houthi-Rebellen getötet worden. In Marib östlich der Hauptstadt Sanaa kam es ebenfalls zu Kämpfen von Gefolgsleuten Hadis auf der einen und Houthi-Milizionären und Saleh-Anhängern auf der anderen Seite. Dabei habe es zahlreiche Opfer auf beiden Seiten gegeben, hieß es aus Stammeskreisen. Die sunnitischen Kämpfer hätten die Houthis zurückgedrängt.

Vormarsch

Der international anerkannte Präsident Hadi war im Februar aus dem Hausarrest der Houthi-Rebellen in Sanaa in die südliche Hafenstadt Aden geflüchtet. Die Houthis sandten am Montag aber weitere Verstärkung Richtung Süden, um Hadi in Aden zu stellen oder ganz aus dem Land zu vertreiben. Sein Widersacher Saleh, der nach landesweiten Protesten 2012 abtrat, hat noch immer Einfluss im Militär. Ihm wird vorgeworfen, diesen zu nutzen, um dem Vormarsch der Houthis aus ihrem angestammten Gebiet in den Bergen im Norden Richtung Aden zu unterstützen.

Übergangsaußenminister Riad Jassin hatte die sunnitischen Golfmonarchien am Montagabend aufgerufen, dem bedrängten Präsidenten Hadi militärisch zu Hilfe zu eilen und die schiitischen Houthis zu stoppen. Er rief den UN-Sicherheitsrat auf, über den von den Rebellen gehaltenen Gebieten eine Flugverbotszone einzurichten.

Im Jemen herrschen seit Jahren politisches Chaos und Gewalt. Die Houthi-Rebellen, die aus dem Norden des Landes stammen, waren seit dem Sommer auf Sanaa vorgerückt, im Jänner übernahmen sie mit der Einnahme des Präsidentenpalastes die Kontrolle über die Hauptstadt. Der Präsident floh Ende Februar in die südliche Küstenstadt Aden. (APA, 24.3.2015)

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