Ein Samen, der sich selbst in den Boden schraubt

29. März 2015, 19:35
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Video im Zeitraffer zeigt, wie sich der Gewöhnliche Reiherschnabel auf eher ungewöhnliche Weise verbreitet

Der Gewöhnliche Reiherschnabel (Erodium cicutarium) aus der Familie der Storchschnabelgewächse ist eine niedrigstehende, krautige Pflanzenart, die weltweit verbreitet ist. Mit ihren behaarten Stängeln und den kleinen, violetten Blüten erregt das häufig an Wegrändern anzutreffende Gewächs eher wenig Aufmerksamkeit.

Dabei ist die Dynamik der Verbreitung des Gewöhnlichen Reiherschnabels spannender, als man meinen möchte: Er zählt zu den sogenannten Austrocknungsstreuern, also zu jenen Pflanzen, die sich explosionsartiger Schleuderbewegungen bedienen, um ihre Samen zu verbreiten. Dabei wird durch zunehmende Austrocknung des Gewebes der reifen Früchte ein plötzliches Zusammenziehen und häufig explosionsartiges Öffnen bewirkt, wodurch wiederum Teilfrüchte mitsamt den Samen bis zu einen Meter weit verstreut werden.

Der Wasserentzug bewirkt zudem eine schraubenartige Krümmung am unteren Abschnitt der Teilfrüchte. Kommen diese nun mit Wasser in Berührung, dehnt sich das vertrocknete Gewebe aus und bohrt sich durch Entwindung in den Boden. Im Zeitraffer sieht diese "Selbstpflanzung" dann so aus:

p roullard

--> io9: This Seed Plants Itself By Corkrewing Into The Earth

(red, derStandard.at, 28.3.2015)

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