Krebszellen reparieren Erbgut trotz fehlendem Reparatur-Protein

28. März 2015, 18:10
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Tumorzellen sollen für Medikamente wieder sensibel gemacht werden

Bern - Eine der wichtigsten Todesursachen von krebskranken ist die im Verlauf der Krankheit zunehmende Resistenz der Krebszellen gegenüber medikamentösen Behandlungen. Nun hat ein internationales Forscherteam mit federführender Schweizer Beteiligung einen weiteren dafür mitverantwortlichen Mechanismus gefunden.

Bei Laborversuchen stellten die Forscher laut einer Mitteilung der Universität Bern vom Montag fest, dass die Krebszellen es schaffen, das eigene Erbgut (DNA) zu reparieren, obwohl ihnen eigentlich die Reparatur-Proteine dazu fehlen. Dafür ist der Verlust eines speziellen Gens verantwortlich.

In Zellkulturen haben die Wissenschafter nun eine alternative Behandlung von resistenten Tumorzellen gefunden. Sie besteht darin, dass das Protein ATM, welches ebenfalls in die DNA-Reparatur involviert ist, blockiert wird. So können die resistenten Tumorzellen wieder für die Therapien sensibilisiert werden.

Erste klinische Tests

Die neu entwickelten ATM-Inhibitoren werden nun für erste klinische Studien vorbereitet. Sven Rottenberg vom Institut für Tierpathologie an der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern hofft, dass aufgrund dieser Befunde die Therapie von Brust- und Eierstockkrebs verbessert werden können.

Es geht um Krebskranke, bei denen der Krebs bereits Metastasen entwickelt hat und die deshalb eine Chemotherapie benötigen. In diesen Fällen sei heute leider die Chance auf eine komplette Heilung aufgrund der therapieresistenten Tumore oft gering, sagt Rottenberg. Die Studie seines Teams wurde in der Zeitschrift "Nature" publiziert. (APA/red, derStandard.at, 28.3.2015)

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