Triumph schließt Werk in Oberwart: 210 Jobs weg

24. März 2015, 16:43
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Auch am Standort Wiener Neustadt wird es zu einem Personalabbau kommen, geschlossen werden auch zwei Standorte in Ungarn

Oberwart/Wien - Der deutsche Wäschehersteller Triumph baut weitere Mitarbeiter in Österreich ab. Das Werk im burgenländischen Oberwart wird mit Ende des Jahres 2015 geschlossen, betroffen sind 210 Beschäftigte. Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) kündigte eine Lösung für die Beschäftigten an. Das Land sei bereit, "mindestens 200.000 Euro" für eine Arbeitsstiftung zur Verfügung zu stellen, erklärte Niessl in einer Aussendung. Auch die Stadtgemeinde Oberwart solle "einen finanziellen Beitrag leisten".

"Die Kollegen und Kolleginnen sind schockiert und wütend. Vor wenigen Wochen hat das Management den Standort in Oberwart noch als gesichert bezeichnet", sagte der Betriebsrat von Triumph. Stimmt nicht, sagt Triumph-Sprecher sagt Olav Kratz: "Eine solche Zusage hat es nicht gegeben."

Auch am Standort Wiener Neustadt (NÖ) wird es zu einem Personalabbau kommen. Eine Zahl steht aber noch nicht fest, teilte Triumph am Dienstag in einer Aussendung mit. Geschlossen werden auch zwei Standorte in Ungarn mit insgesamt 412 Arbeitnehmern.

Als Grund für die Schließungen wird eine "Optimierung der Lieferkette" angegeben. "Dies geschieht vor dem Hintergrund schrumpfender Märkte, steigender Produktionskosten und global schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen", so das Unternehmen. In Österreich werde man sich auf die Marke Sloggi fokussieren.

Fokus auf Marke Sloggi

"Am Standort Wiener Neustadt werden die Vorproduktionsfunktionen der Marke Sloggi erhalten bleiben.Triumph wird weiter darauf hin arbeiten, in Wiener Neustadt ein Exzellenzzentrum für die Marke Sloggi zu entwickeln, das richtungsweisend sein wird für Innovation von Sloggi Produkten sowie deren Fertigung", hieß es vom Wäschehersteller.

Die lokalen Triumph-Vertriebsgesellschaften in Österreich, Deutschland und Ungarn würden unverändert bestehen bleiben. Gemeinsam mit den Sozialpartnern werde das Unternehmen in den nächsten Tagen und Wochen "intensiv zusammenarbeiten und alles unternehmen, um die betroffenen Mitarbeiter zu unterstützen und die sozialen Auswirkungen zu minimieren".

Bereits 2010 wurde das oststeirische Werk in Hartberg mit rund 300 Beschäftigten geschlossen, 2013 die Werke in Oberpullendorf (Burgenland) und im niederösterreichischen Aspang (200 Beschäftigte).

Gewerschaft kritisiert Management

Standortzusagen, die das Unternehmen gegeben habe, seien wohl nichts wert, ärgerten sich die beiden Arbeitnehmervertreter Gerald Kreuzer (ProGE) und Paul Prusa (GPA) heute in einer Aussendung. Einmal mehr würden die Arbeitnehmer für die Fehler des Managements zahlen. Die Nachfrage nach den Produkten stimme, allerdings gebe es Pressemeldungen wonach die Qualität der in Asien gefertigten Produkte nicht passen würde. Dies bestreitet das Unternehmen, es gebe dazu auch keine entsprechenden Presseberichte.

Triumph International erzielte 2013 mit über 33.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,8 Mrd. Euro. Zuletzt hatte die Fachzeitschrift "TextilWirtschaft" von erheblichen Problemen des Unternehmens berichtet. "Landauf landab sind Wäschehändler nicht gut auf Triumph zu sprechen", heißt es in dem Bericht. Kritisiert werden Liefer- und Qualitätsprobleme.

Triumph (Marken: Triumph, Sloggi, Mamabel, Trication) ist ein inhabergeführtes Unternehmen mit 49 Tochtergesellschaften in 120 Märkten. Heuriges Werbe-Testimonial ist die australische Pop-Sängerin Kylie Minogue. Gegründet wurde das Unternehmen 1886 von dem Korsettmacher Johann Gottfried Spiesshofer und dem Kaufmann Michael Braun im Württembergischen Heubach. (APA, 24.3.2015)

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