Israel soll Atomgespräche mit Iran bespitzelt haben

24. März 2015, 14:18
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Netanjahu-Mitarbeiter dementierte Bericht: "Absolut falsch"

Tel Aviv/Teheran - Stoff für neue Spannungen zwischen Israel und den USA: Israel soll die Atomverhandlungen mit dem Iran heimlich abgehört haben und die dabei gesammelten Informationen für eine Kampagne gegen eine Einigung verwendet haben, berichtete die US-Zeitung "Wall Street Journal" am Montag. Ein ranghoher Mitarbeiter von Premier Benjamin Netanjahu dementierte den Bericht am Dienstag als "absolut falsch".

Die Verhandlungen der UNO-Vetomächte (USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien) sowie Deutschlands mit Teheran sollen sicherstellen, dass der Iran keine Kernwaffen entwickelt. Der Iran bestreitet militärische Ziele seines Atomprogrammes und bemüht sich um eine Aufhebung der gegen ihn gerichteten Sanktionen.

Gegenseitige Bespitzelung

Die Zeitung berichtete, Mitarbeiter im Weißen Haus hätten kurz nach dem Beginn der jüngsten Gesprächsrunde mit Teheran im vergangenen Jahr bemerkt, dass Israel die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen abhöre. Wie? Indem US-Vertreter selbst die Kommunikation zwischen den Israelis abgehört hatten. Die Details zu den Iran-Verhandlungen die in den Gesprächen wiedergegeben wurden, ließen den Schluss zu, dass israelische Beamte vertrauliche Gesprächen der US-Amerikaner abgehört hätten. Israel habe zudem auch in Europa Informationen aus geheimen Besprechungen von US-Vertretern durch Informanten und diplomatische Kontakte erhalten.

Israel entgegnet

"Der Staat Israel bespitzelt weder die USA noch Israels andere Verbündete", entgegnete Netanjahus Mitarbeiter. "Diese falschen Beschuldigungen sollen eindeutig dazu dienen, die starken Verbindungen zwischen den USA und Israel - auch im Bereich der Sicherheit und der Geheimdienste - zu untergraben."

Im Weißen Haus sei man besonders empört darüber gewesen, dass Israel die geheimen Informationen an Kongressmitglieder und andere weitergegeben habe, um ein Abkommen zur Beilegung des Atomstreits zu verhindern, berichtete das "Wall Street Journal". Das Verhältnis von US-Präsident Barack Obama und Premier Netanjahu ist traditionell angespannt.

Netanyahu hatte zu Monatsbeginn in einer umstrittenen Rede vor dem US-Kongress in Washington eindringlich vor einer schlechten Einigung mit Teheran gewarnt. Der jüdische Staat sieht sich durch das iranische Atomprogramm existenziell gefährdet. Gegen den Widerstand Israels sehen USA und führende europäische Länder Chancen auf eine rasche Einigung mit Teheran. (red/APA, 24.3.2015)

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