Sudan, Ägypten und Äthiopien schließen Abkommen über Nil-Staudamm

23. März 2015, 18:58
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"Renaissance"-Staudamm soll 2017 in Betrieb gehen

Khartum - Der Sudan, Ägypten und Äthiopien haben am Montag ein Grundsatzabkommen über den Bau eines Mega-Staudamms am Nil geschlossen. Die Präsidenten Ägyptens und des Sudan, Abdel Fatah al-Sisi und Omar al-Bashir, sowie der äthiopische Regierungschef Hailemariam Desalegn nahmen an der Zeremonie in der sudanesischen Hauptstadt Khartum teil.

Der "Renaissance"-Staudamm, der in Äthiopien entstehen soll, ist in Ägypten umstritten, da das Land auf den Nil als Trinkwasserreservoir und für die Bewässerung großer landwirtschaftlicher Flächen angewiesen ist.

Der Staudamm werde den drei Staaten "nicht schaden, insbesondere nicht dem ägyptischen Volk", sagte Desalegn. Das endgültige Abkommen werde "zum Nutzen Äthiopiens sein, ohne den Interessen Ägyptens und des Sudan zu schaden", betonte al-Sisi. Alle Seiten vertrauten sich gegenseitig "im Interesse der Entwicklung". Al-Bashir sprach von einem "historischen" Abkommen.

Der Staudamm soll bei Fertigstellung im Jahr 2017 eine Leistung von 6.000 Megawatt haben und der größte des Kontinents sein. Äthiopien hatte bereits im Mai 2013 damit begonnen, den Nil für die Bauarbeiten umzuleiten. Kairo pocht auf seine "historischen Rechte" am Nil, die in Verträgen von 1929 und 1959 verbrieft seien, darunter ein Vetorecht, das sich auf jedes den Fluss betreffende Projekt beziehe.

Die Mehrheit der anderen Nil-Anrainer, darunter Äthiopien, widersprechen den Abkommen jedoch. Äthiopien beruft sich auf einen 2010 geschlossene separaten Vertrag, der ihm die Entwicklung von Projekten zur Flussnutzung gewähre, ohne vorher Ägypten um Erlaubnis bitten zu müssen. (APA, 23.3.2015)

  • Abdel Fatah al-Sisi und Omar al-Bashir und Hailemariam Desalegn nach der Vertragsunterzeichnung
    foto: ap/mohammed abd el-moaty, egyptian presidency

    Abdel Fatah al-Sisi und Omar al-Bashir und Hailemariam Desalegn nach der Vertragsunterzeichnung

  • Die Baustelle im März 2014
    foto: reuters/tiksa negeri

    Die Baustelle im März 2014

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