Pensionsparadoxon

Einserkastl23. März 2015, 17:40
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Wir können nur vermuten, wie die Sache in der politischen Realität ausgeht

Stellen wir uns die alte Paradoxon-Frage "Was geschieht, wenn eine unaufhaltsame Kraft auf ein unbewegliches Objekt trifft?" auf die österreichische Politik übertragen vor:

Das unbewegliche Objekt wären demnach Wiens Bürgermeister Michael Häupl beziehungsweise Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Als unaufhaltsame Kraft wollen wir (im Sinne des eminenten theoretischen Physikers Dr. Sheldon Cooper) Finanzminister Hans-Jörg Schelling annehmen. Dieser bewegt sich seit kurzem mit hoher Geschwindigkeit in der Frage der Pensionen auf die beiden sozialdemokratischen Objekte zu. Zunächst kritisierte Schelling den Wiener Bürgermeister, dass dieser die Anhebung des Pensionsalters für die Wiener Gemeindebediensteten nicht umsetze. Häupl erwiderte: "Das geht ihn nichts an."

Sozialminister Hundstorfer wiederum ist bekannt dafür, mit geradezu aufreizender Gelassenheit alle Probleme im Zusammenhang mit den (stetig steigenden) Staatszuschüssen (2015: 10,7 Milliarden Euro) zu den Pensionen abzustreiten. Diesmal ließ er sich aber zu einer Häupl-artigen Replik hinreißen: Schellings Aussagen seien "Schall und Rauch".

Leider gibt uns das Paradoxon keine Antwort. Denn wenn es der Definition entsprechend ein unbewegliches Objekt gibt, dann kann es keine unaufhaltsame Kraft geben - und umgekehrt. Wir können nur vermuten, wie die Sache in der politischen Realität ausgeht. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 24.3.2015)

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