"Souls" in Tirol

23. März 2015, 15:40
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Der Choreograf Olivier Dubois setzt sich in seinem Tanzstück mit den Mysterien afrikanischer Kulturen auseinander

Mit den Mysterien afrikanischer Kulturen setzt sich der Choreograf Olivier Dubois in seinem Tanzstück Souls auseinander. Zu sehen ist diese intensive Arbeit nun beim Osterfestival Tirol - am Dienstag in der Innsbrucker Dogana. Lange hat Dubois nach den dafür richtigen Persönlichkeiten gesucht. "Alte Seelen" sollten es sein, die Wissen und Erfahrung ausstrahlen. Seine sechs Tänzer - tatsächlich ausschließlich Männer - stammen aus Marokko, Südafrika, Côte d'Ivoire, dem Senegal, Ägypten und Kongo.

Das Medium, auf, in und mit dem sich diese Figuren zur Musik von François Caffenne bewegen, ist Sand. Diesem Material wird hier die Funktion eines Orakels, aber auch der Arena oder eines Friedhofs zugewiesen. In seinem, wie er sagt, "universellen" Anliegen, mit Souls das Gewicht von Leben, Schicksal und Tod zu messen, bewegt sich Dubois zurück in die Tiefen des Modernismus und dessen Sehnsucht nach Ursprüngen und übergreifenden Werten. Das trifft den gegenwärtigen Zeitgeist. Denn seit einigen Jahren werden auch im Tanz zunehmend kritische Fragen an die Postmoderne gestellt.

Dubois (43) hat eine beachtliche Karriere hinter sich. Er begann erst Mitte der Nullerjahre, eigene Stücke zu choreografieren. Heute leitet er das Ballet du Nord des Choreografischen Zentrums in Roubaix nahe der belgischen Grenze. Noch mit dem Ballet National de Marseille hat er im Vorjahr beim Osterfestival seine abgründige Élégie gezeigt. (ploe, DER STANDARD, 24.3.2015)

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