Wie viel die wichtigsten Staats- und Regierungschefs dieser Welt verdienen

23. März 2015, 18:01
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Singapurs Premier erhält fünfmal so viel Gehalt wie US-Präsident Obama

In ihren Händen liegt die politische und damit verbunden oft auch eine finanzielle Macht. Wie vermögend Präsidenten und Premiers tatsächlich sind, lässt sich oft nur schwer feststellen. Ein Teilindikator ist jedoch das vorgeschriebene Jahresgehalt, das von Land zu Land stark schwankt und oftmals in keiner Relation zur realpolitischen Bedeutung eines Politikers auf dem internationalen Parkett steht.

So ist der mit Abstand bestverdienende Staatschef derzeit Lee Hsien Loong, der Sohn des soeben verstorbenen Staatsgründers Singapurs, Lee Kuan Yew. Umgerechnet 1,3 Millionen Euro im Jahr verdient er, obwohl er 2012 sein Gehalt schon einmal um ein Drittel gekürzt hat. Die großen Player wie US-Präsident Barack Obama, Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel oder der britische Premier David Cameron reihen sich mit deutlichem Abstand dahinter ein.

Das Gehalt von Bundespräsident Fischer wurde zu Vergleichszwecken in die Grafik aufgenommen. Es sagt nichts über die Funktion und den Einfluss des Amtes aus.

Vergeblich sucht man im Spitzenfeld etwa den russischen Präsidenten Wladimir Putin, der sich vor kurzem aufgrund der Sanktionen des Westens eine zehnprozentige Gehaltskürzung verordnet hat und derzeit bei einem Jahresgehalt von 125.000 Euro liegt. Freilich ist er aufgrund seiner Nebeneinkünfte aber immer wieder auch als einer der reichsten Männer der Welt im Gespräch.

Gemessen an den Politikern der Weltmächte Russland, Indien, Brasilien, den USA und Deutschland, kann sich das Gehalt des österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer durchaus sehen lassen. Er verdient – wie im Bundesbezügegesetz festgeschrieben – circa 325.500 Euro. Ausgangsbasis hierfür ist das Gehalt der Nationalratsabgeordneten, an dem das Gehalt aller anderen Ämter bemessen wird. Deutschlands Bundespräsident Gauck kommt auf 217.000 Euro. Bundeskanzler Werner Faymann, der am internationalen Parkett mehr Gestaltungsspielraum hat als Fischer, kommt auf 300.000 Euro.

foto: ap/borgia
Matteo Renzi muss im Gegensatz zu Barack Obama besser mit seinem Gehalt haushalten.

Wie relativ die Einkommen der Politiker zu betrachten sind, zeigt sich am Beispiel Matteo Renzi. Dieser kann sich im Vergleich zu Vorgänger Silvio Berlusconi nicht auf Einkünfte aus einem Medienimperium verlassen und dürfte als Mitinhaber einer Marketingfirma nur beschränkte Zuverdienste machen. Dementsprechend mau ist deshalb auch sein Jahresgehalt von 115.000 Euro im Vergleich zu anderen europäischen Kollegen.

Am Ende des Rankings finden sich die Staatschefs zweier aufsteigender Weltmächte. Indiens Premier Narendra Modi verdient laut offiziellen Angaben gegenüber lokalen Medien 1.900.000 Rupien, also knapp 28.000 Euro. Xi Jinping muss offiziell mit noch weniger Geld auskommen und verdient nur 20.000 Euro im Jahr. Dass dies allerdings nicht sein einziges Einkommen sein kann, lässt sich schon daran ablesen, dass er sich so keine Mieten in einer 130-m²-Wohnung leisten könnte beziehungsweise unter der US-amerikanischen Armutsgrenze eines Vier-Personen-Haushalts liegen würde.

foto: apa/epa/str
Narendra Modi verdient laut eigenen Angaben 28.000 Euro im Jahr.

Besonders undurchsichtig sind die Einkünfte von Staatschefs repressiver Regime. Simbabwes Präsident Robert Mugabe beziffert sein Monatsgehalt auf circa 2900 Euro, sitzt allerdings gleichzeitig in einem der teuersten privaten Anwesen. Über Diktator Kim Jong-un gibt es keine Angaben zu Gehalt und Vermögensverhältnissen.

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Person liegt übrigens der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta in puncto Gehalt im Spitzenfeld. (tee, derStandard.at, 23.3.2015)

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