Deutsche Inflation bis 2019 bei drei Prozent

23. März 2015, 11:39
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Gute Konjunktur, niedrige Zinsen

Berlin - Die Phase stagnierender Preise in Deutschland wird nach Prognose des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) bald der Vergangenheit angehören. Die Verbraucherpreise dürften in den kommenden Jahren merklich anziehen und 2019 um fast drei Prozent steigen, sagten die Kieler Forscher am Montag voraus.

"Inflation ist nichts, was wir den Geschichtsbüchern anheimstellen können, sondern sie bleibt ein Thema", sagte IfW-Experte Stefan Kooths. Seiner Vorhersage zufolge werden die Preise in diesem Jahr noch nahezu stagnieren, 2016 aber um 1,5 Prozent steigen und danach stärker zulegen. Grund dafür sei die gute Konjunktur, die von extrem niedrigen Zinsen noch zusätzlich befeuert werde.

"Das lässt die Nachfrage nach Arbeitskräften steigen", sagte Kooths. Bis 2019 werde die Arbeitslosenquote auf fünf Prozent fallen, derzeit sind es rund sieben Prozent. "Die zunehmende Anspannung am Arbeitsmarkt führt zu höheren Löhnen", erwartet das IfW. Die Unternehmen dürften versuchen, höhere Personalkosten auf die Verbraucher umzulegen.

Die Kieler Experten sehen angesichts der extrem lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank große Gefahren. "Das mit einem Boom einhergehende Risiko ist für Deutschland derzeit besonders ausgeprägt, da das anhaltende Niedrigzinsumfeld die Fehlverwendung von Kapital zunehmend wahrscheinlich macht." So seien an den Immobilienmärkten bereits mancherorts erste Anzeichen für Übertreibungen zu erkennen. "Sollte nun auch noch die Kreditvergabe spürbar anspringen, so würden sich die systemischen Risiken für die deutsche Wirtschaft zusehends erhöhen", warnen die Experten. (APA/Reuters, 23.3.2015)

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