Republikaner Ted Cruz will 2016 US-Präsident werden

23. März 2015, 07:33
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Der texanische Senator fordert Jeb Bush heraus – Cruz steht der Tea Party nahe, setzt sich für das Recht auf Waffenbesitz, gegen Abtreibungen und die gleichgeschlechtliche Ehe ein

Washington – Der texanische Senator Ted Cruz hat am Montag als erster Republikaner offiziell seine Kandidatur für das Präsidentenamt bei den Wahlen im kommenden Jahr bekanntgegeben. Der 44-Jährige stellte kurz nach Mitternacht ein Video auf Twitter. Er sagte, er wolle den Respekt der Wähler verdienen.

Eigentlich wollte der Senator seine Kandidatur für die Nominierung seiner Partei für die Wahl 2016 erst am Montagnachmittag an der Liberty University in Lynchburg im US-Staat Virginia erklären, berichtete der US-Sender CNN. Die Wahl der Liberty University war keine zufällige: Die private, christliche Bildungseinrichtung passt gut zur politischen Richtung von Senator Cruz. Die Universität hat seit ihrer Gründung 1971 beste Beziehungen zur religiösen Rechten.

Frage der US-Staatsbürgerschaft

Cruz ist der Sohn eines kubanischen Migranten und einer US-Amerikanerin. Geboren wurde er in Kanada, während seine Eltern dort für die Ölindustrie arbeiteten. Noch als Ted Cruz ein Kind war, ging die Familie zurück nach Texas. Cruz besuchte später die Princeton University und studierte anschließend Recht auf der Harvard Law School.

Weil Cruz in Kanada geboren wurde, gibt es auch eine Diskussion darüber, ob er bei der US-Präsidentschaftswahl kandidieren darf. Die Website "Politifact" hat sich dieser Frage angenommen. Die US-Verfassung gibt als Voraussetzung einer Präsidentschaftskandidatur vor, dass der Bewerber ein "natural born citizen" der USA sein muss. Was genau damit gemeint ist, wird nicht definiert. Die überwiegende Mehrheit der juristischen Experten kommt aber überein, dass diese Definition auf jemanden zutrifft, der von Geburt an die US-Staatsbürgerschaft hat und diese nicht erst erwerben muss.

Tea Party und George W. Bush

Erst seit 2012 ist Cruz als Senator aus Texas in Washington. Seinen Wahlerfolg hat er zu großen Teilen der Unterstützung seitens der erzkonservativen und staatsfeindlichen Tea Party zu verdanken, die seine Kampagne massiv fördert. Seine ersten politischen Erfahrungen sammelte er allerdings schon Ende der 1990er-Jahre, als er einer der politischen Berater der Präsidentschaftskampagne von George W. Bush wurde. Während der ersten Amtszeit von George W. Bush war Cruz stellvertretender Generalstaatsanwalt der Vereinigten Staaten. Im Jahr 2003 ging er als Generalstaatsanwalt des Bundesstaates zurück nach Texas. Seit 2008 bis zu seinem neuerlichen Engagement in der Politik hatte Cruz seine eigene Anwaltskanzlei.

Für Waffen, gegen Steuern und Abtreibung

Cruz ist ein vehementer Verteidiger des Rechts auf Waffenbesitz, spricht sich gegen Steuern aus und will die Gesundheitsreform von US-Präsident Obama wieder rückgängig machen, sollte er ihm ins Weiße Haus folgen. Abtreibung lehnt Cruz vehement ab, mit der Ausnahme, dass das Leben der Mutter gefährdet sein sollte. Cruz ist auch ein Gegner der gleichgeschlechtlichen Ehe.

Mögliche Gegner

Zu seinen wahrscheinlichen Herausforderern im Kampf um die republikanische Kandidatur gehören unter anderem Wisconsins Gouverneur Scott Walker und der ehemalige Gouverneur von Florida, Jeb Bush. Bei den Demokraten gilt die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton, die sich noch nicht öffentlich erklärt hat, als aussichtsreichste Anwärterin für die Nominierung zur Präsidentschaftskandidatin ihrer Partei.

Während des Government Shutdown, der finanziellen Stilllegung der Regierung, im Herbst 2013 tat sich Cruz mit einer Filibuster-Rede hervor, die Obamas Gesundheitsreform verhindern und dieser die finanzielle Basis hätte entziehen sollen.

Cruz ist der erste Politiker, der sich nun offiziell in das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur wirft. Er hoffe auf diese Weise, die Aufmerksamkeit des rechten Parteiflügel der Republikaner auf sich zu ziehen, schreibt die "New York Times". (APA/mka, derStandard.at, 23.3.2015)

  • Ted Cruz steigt offenbar in den Ring für die kommende US-Präsidentschaftswahl.
    foto: ap/caledonian-record,paul hayes

    Ted Cruz steigt offenbar in den Ring für die kommende US-Präsidentschaftswahl.

  • Cruz probt seine Rede in Jeans und familiärer Begleitung.
    foto: ap photo/andrew harnik

    Cruz probt seine Rede in Jeans und familiärer Begleitung.

  • Ted Cruz bei einer Veranstaltung der Tea Party Patriots im September 2013 in Washington.
    foto: reuters/jonathan ernst

    Ted Cruz bei einer Veranstaltung der Tea Party Patriots im September 2013 in Washington.

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