Premiere in Wien: Sinfonieorchester spielt Games-Klassiker bei "Video Games Live"

Video23. März 2015, 14:57
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Multimediale Konzertreihe aus den USA interpretiert Musik aus "Halo", "Final Fantasy" oder "Tetris" live im ausverkauften Gasometer in Wien

Wien - Am Sonntagabend nahmen rund 1.000 Videospielfans in der Konzerthalle im Gasometer Platz, um einem Sinfonieorchester zu lauschen. "Video Games Live" heißt die Show, die seit zehn Jahren erfolgreich durch die Welt tourt und nun zum ersten Mal in Wien aufgeführt wurde.

In der multimedialen Show spielt ein jeweils mehr oder weniger ortsansässiges Orchester - in Wien die Prager Philharmoniker - 8-Bit-Klänge wie aus "Tetris" und anderen "Arcade"-Spielen oder zeitgenössische Musik wie aus "Final Fantasy".

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Obwohl auf der Bühne Chorsänger, Streicher und Bläser in schwarzweiß den Abend gestalten, ermutigt Produzent und Komponist Tommy Tallarico das Publikum in der ausverkauften Halle keinesfalls sitzen zu bleiben oder gar zu schweigen.

Kindheitsklänge

Immerhin sei es ein bewegendes Erlebnis, Klänge zu hören, die einen in der Kindheit begleitet haben und diese Emotionen müsse man auch rauslassen. Das ist jedenfalls der Grund, weshalb die Schülerinnen Serena und Jenny während der Show Gänsehaut bekommen. Beide sind erst durch Videospielen auf den Geschmack von klassischer Musik gekommen und "würden jetzt sogar in die Oper gehen", wie sie sagen.

foto: derstandard.at/maria von usslar
Solistin Jillian Aversa singt aus "God of War".

Die Brüder Eugene und Peter sind studierte Musiker und genießen den Abend nicht nur wegen der "Erinnerungen, die da hochkommen", wie sie sagen: "Games Musik wird stark unterschätzt. Qualitativ liegt das Niveau weit über der von heutiger Popmusik."

Videospiel-Musik wird unterschätzt

"Manche denken, Videospiel-Musik bestehe nur aus bleep und bluup", ruft Tallarico ins Mikrofon. Er hat bei über 250 Videospielen mitgearbeitet und ihm liegt sehr viel daran, dass Videospiel-Musik als Kunstform gesehen wird.

Das Orchester wird begleitet von einem Chor, der Opernsängerin Jillian Aversa und einer fulminanten Licht- und Leinwandshow mit zahlreichen Referenzen aus der Spielewelt.

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Serena und Jenny spielen in der Pause "Rette die Krone" auf ihren mitgebrachten 3DS.

Vor der Show und in der Pause zocken die Spielefans im Foyer oder auf den mitgebrachten 3DS - Unter ihnen Wolfgang, der eigentlich über die Musik zum Videospielen gekommen ist: "Mir ist zum Beispiel die Grafik nicht so wichtig wie die Musik". Sein Lieblingsstück? Das Wiegenlied aus Zelda. (mvu, derStandard.at, 23.3.205)

jillian aversa
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