Wie die Zusammenlegung von Gemeinden das Wahlergebnis beeinflusst

Analyse23. März 2015, 05:29
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Dass die Gemeindezusammenlegung in der Steiermark den beiden Großparteien ÖVP und SPÖ schadet, wurde schon im Vorfeld angenommen

Alleine die Gesamtverluste scheinen für sich zu sprechen. ÖVP und SPÖ verloren deutlich, die FPÖ gewann fast ebenso klar. Wieviel davon machten die Gemeindefusionen aus? Um den Effekt der Gemeindezusammenlegungen berechnen zu können, verglichen wir die durchschnittliche Änderung in Prozentpunkten bei einer Partei in zusammengelegten Gemeinden mit jenen, die nicht zusammengelegt wurden. Der Vergleich ergibt ein klares Bild:

Während die ÖVP in Gemeinden, die nicht zusammengelegt wurden, durchschnittlich nur 1,6 Prozentpunkte einbüßen musste, verlor sie in Gemeinden, die zusammengelegt wurden, 5,3 Prozentpunkte. Sie schnitt also durch die Fusionen 3,6 Prozentpunkte schlechter ab. Die FPÖ gewann 3,7 Prozentpunkte durch die Fusion. Sie gewann im Durchschnitt in Gemeinden ohne Zusammenlegung 4,7 Prozentpunkte und 8,4 in denen mit. Die SPÖ verlor dagegen durchschnittlich nur 1,0 Prozentpunkte, die Grünen 0,4. Die KPÖ gewann 1,8 Prozentpunkte – diese Unterschiede sind jedoch nicht statistisch signifikant.

Das Ergebnis zeigt klar: Die Gemeindefusionen schadeten vor allem der ÖVP. Die FPÖ konnte vom Unmut über die Zusammenlegungen profitieren. Für SPÖ, KPÖ und Grüne machten die Fusionen kaum einen Unterschied. Die SPÖ hat zwar Stimmen verloren, jedoch spielen die Gemeindezusammenlegungen nur eine unbedeutende Rolle. Die durchschnittlichen Verluste bzw. Gewinne sagen jedoch kaum etwas über die einzelnen Gemeinden aus. Wie die Parteien in den einzelnen Gemeinden abgeschnitten haben sehen sie in unserer Überblicksgrafik. (mba, derStandard.at, 23.3.2015)

Als statistischer Test wurde ungepaarter t-Test mit Bonferroni-Holm-Korrektur verwendet. Ein p-Wert von kleiner als 0.01 wurde als statistisch signifikant betrachtet.

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