Lafontaine und Wagenknecht verheiratet, Scheidung bei Wulffs

22. März 2015, 17:44
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Deutsche Medien informieren über Heiratsgeschichten und Scheidungssachen

Wer sich am Privatleben Prominenter delektiert, muss zurzeit kein Klatschmagazin durchblättern, sondern wird auch in seriösen deutschen Medien informiert. Zu beschreiben gibt es - nach Maßstäben der Yellow Press - Topereignisse aus der Welt der Politprominenz.

Zuerst die erfreuliche Meldung, im Sinne von: Zwei haben sich entschieden, ihren Weg gemeinsam zu gehen. Still und heimlich sagten Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht Ja zueinander. Die Hochzeit des ehemaligen Chefs zweier Parteien (SPD, Linke) und der Linken-Vizefraktionschefin im Bundestag fand schon am 22. Dezember im saarländischen Merzig statt, wo das Paar auch lebt.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Die Bild-Zeitung berichtet, Bürgermeister Marcus Hoffeld (CDU) habe die Trauung persönlich vorgenommen, um dem Traumpaar der Linken Geheimhaltung zu ermöglichen. Nach der Trauung bissen die beiden Vermählten nach Merziger Sitte in einen - eh klar - roten Apfel.

Der 71-jährige Lafontaine und die 45-jährige Wagenknecht behalten beide ihren eigenen Namen. "Es besteht keine Gefahr, dass künftig eine Sahra Lafontaine oder ein Oskar Wagenknecht irgendwo auftauchen", sagt Wagenknecht, die auch erklärte, "sehr glücklich" zu sein.

Wagenknecht steckt zurück

Für sie ist es die zweite Heirat, für Lafontaine, der Fraktionschef im Saar-Landtag ist, die vierte. Damit rückt er in die Liga von Gerhard Schröder (vier Ehen) und Joschka Fischer (fünf Ehen) auf.

Beruflich hat Wagenknecht ihre Pläne gerade erst revidiert. Eigentlich wollte sie im Herbst für den Fraktionsvorsitz kandidieren und damit ihren partei- und fraktionsinternen Widersacher Gregor Gysi herausfordern. Doch nun zog sie, frustriert von der Griechenland-Politik der Linken Fraktion, zurück. Die Linke hatte Ende Februar, als der Bundestag die Verlängerung der Hilfen für Griechenland beschloss, zum ersten Mal dafür gestimmt. Wagenknechts Rückzieher ist ein Rückschlag für den linken Parteiflügel.

Scheidung bei den Wulffs

Ein Rückschlag für all jene, die doch noch auf ein Happy End bei den Wulffs gehofft haben, ist die zweite Meldung des Wochenendes. Laut Bild am Sonntag haben der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff (55) und seine Frau Bettina (41) nun doch die Scheidung eingereicht. Das Vermögen ist schon aufgeteilt, es soll zum Wohle des gemeinsamen Sohnes Linus (6) nur einen kurzen Prozess geben. Das Sorgerecht wird geteilt.

Alt-Bundespräsident Roman Herzog hat vor kurzem die Chance auf ein politisches Comeback für Wulff gefordert. Wulff arbeitet zurzeit als Rechtsanwalt. Im Jänner hat ihn die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel als offiziellen Vertreter Deutschlands zur Trauerfeier des saudischen Königs Abdullah geschickt. (Birgit Baumann aus Berlin, DER STANDARD, 23.3.2015)

  • Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht (im Bild beim Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht) treten seit 2011 als Paar auf.
    reuters / fabrizio bensch

    Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht (im Bild beim Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht) treten seit 2011 als Paar auf.

  • Bettina und Christian Wulff haben sich im Jänner 2013 - ein Jahr nach Wulffs Rücktritt als Bundespräsident - getrennt.
    foto: epa / wolfgang kumm

    Bettina und Christian Wulff haben sich im Jänner 2013 - ein Jahr nach Wulffs Rücktritt als Bundespräsident - getrennt.

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