Risikokapital: Österreich sitzt auf dem Trockenen

22. März 2015, 13:49
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Hotspot für vielversprechende Firmen ist für Risikokapitalgeber nach wie vor die Bay Area in den USA rund um das Silicon Valley und San Francisco

Wien - Risikokapitalgeber haben vergangenes Jahr 86,7 Mrd. Dollar in junge Unternehmen und Start-ups investiert - 62 Prozent mehr als 2013 und so viel wie seit 2000 nicht mehr, errechnete der Beratungskonzern EY. Hotspot für vielversprechende Firmen ist nach wie vor die Bay Area in den USA rund um das Silicon Valley und San Francisco. Europa hat Aufholbedarf, Österreich sitzt ziemlich auf dem Trockenen.

Nur 27 Mio. Dollar (25,2 Mio. Euro) haben Risikokapitalgeber 2014 österreichischen Unternehmen zur Verfügung gestellt. Im Europavergleich belegte die Alpenrepublik damit Rang 19 von 40 untersuchten Ländern. "In Österreich müssen Start-ups hart kämpfen, damit sie zumindest ein paar Brösel vom Risikokapitalkuchen bekommen", so EY-Expertin Eva-Maria Berchtold. In der Schweiz sei vergangenes Jahr mehr als das Zwanzigfache (547 Mio. Dollar) ausgeschüttet worden.

In Österreich habe es gerade einmal elf Finanzierungsrunden gegeben. Da Banken wegen der strengeren Eigenkapitalvorschriften vielfach als Risikokapitalgeber ausfielen, seien private Investoren umso wichtiger.

Europa scheint beim Venture Capital ins Hintertreffen zu geraten. 2014 hat China erstmals Europa überholt. Mit 15,6 Mrd. Dollar haben chinesische Unternehmen mehr als dreimal so viel Risikokapital lukriert wie im Jahr davor. Europa verzeichnete einen Anstieg von 27 Prozent auf 10,5 Mrd. Dollar.

USA bleiben an der Spitze

Nummer eins puncto Risikokapital bleiben die USA. 2014 bekamen junge US-Unternehmen Geldspritzen in Höhe von 52,1 Mrd. Dollar, das ist ein Plus von 47 Prozent. In die Bay Area allein flossen fast 25 Mrd. Dollar, 2013 waren es nur 14 Mrd. Dollar gewesen. Vier der fünf Venture-Capital-Hotspots, die EY ausgemacht hat, lagen in den USA: Bay Area, New York Metro, New England und Südkalifornien. Aufsteigerregion des Jahres war Peking, das es mit 7,7 Mrd. Dollar auf den zweiten Platz schaffte.

Das erste europäische Land im Ranking (Platz 6) war Deutschland mit 2,9 Mrd. Dollar. Dahinter folgten Großbritannien (2,7 Mrd.), Bangalore, Shanghai, Israel, Kanada, Frankreich, Illinois, Potomac und die Schweiz.

2015 dürfte der Risikokapitalboom weitergehen, erwartet EY (Ernst & Young). "Investoren suchen vor dem Hintergrund der andauernden Niedrigzinsphase nach Alternativen", so Berchtold.

Kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase, im Jahr 2000, hatten Risikokapitalgeber 116 Mrd. Dollar investiert. (APA, 22.3.2015)

  • In Österreich müssen Start-ups hart kämpfen, damit sie zumindest ein paar Tropfen vom Risikokapitalkuchen bekommen.
    foto: ap/'ebert

    In Österreich müssen Start-ups hart kämpfen, damit sie zumindest ein paar Tropfen vom Risikokapitalkuchen bekommen.

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