0:1 gegen Berlin - nächster Tiefschlag für HSV

20. März 2015, 22:54
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Hamburger kommen nicht weiter, Coach Zinnbauer ist angezählt

Hamburg - Für den Hamburger SV und seinen Trainer Joe Zinnbauer wird die Luft im Abstiegskampf der deutschen Bundesliga immer dünner. Am Freitagabend unterlag der Traditionsklub im heimischen Volkspark gegen Hertha BSC mit 0:1 (0:0), den Treffer für die Gäste erzielte Sebastian Langkamp in der 84. Minute.

Nach nunmehr sechs Spielen ohne Sieg droht den Hanseaten am Samstag erneut der Absturz auf einen direkten Abstiegsplatz. Ob Zinnbauer nach der Länderspiel-Pause noch Trainer an der Waterkant sein wird, kann angesichts des ernüchternden Auftritts gegen einen direkten Konkurrenten bezweifelt werden. Zinnbauer ist seit September 2014 im Amt, damals hatte er den entlassenen Mirko Slomka abgelöst.

Die Gelb-Rote Karte von Innenverteidiger Cléber wegen wiederholten Foulspiels (81.) passte ins Bild. Die Berliner, inzwischen seit vier Spielen ungeschlagen, verschafften sich dagegen Luft: sechs Punkte Abstand auf den Relegationsplatz.

Zwar erspielte sich der HSV vor allem in der Anfangsphase einige Chancen. Doch mit zunehmender Spieldauer verloren die Gastgeber den Mut, das Wissen um die eklatante Offensivschwäche (unzureichende 16 Tore aus den bisherigen 25 Spielen) schien die Angriffsbemühungen zu lähmen. Die recht sicher stehenden Berliner kamen kaum mehr in Gefahr und waren in der zweiten Halbzeit gar das aktivere Team.

Zinnbauer hatte mit seiner Aufstellung überrascht. Während er den zuletzt auf der Bank schmorenden Kapitän Rafael van der Vaart nach vier Spielen wieder in die Startelf beorderte, Ivica Olic gab die Solospitze. Doch auch ohne zusätzliche Offensivkraft kam sein Team rasch zu vielversprechenden Möglichkeiten. Erst drehte Hertha-Keeper Thomas Kraft einen abgefälschten Schuss von Zoltan Stieber mit den Fingerspitzen über die Latte und Verteidiger Cléber verfehlte das Ziel beim anschließenden Eckball freistehend per Kopf (6.). Van der Vaart (15.) und Olic (19.) zielten nicht genau genug.

Die Berliner ließen es dagegen deutlich ruhiger angehen. Nach verhaltenen ersten 20 Minuten wurde das Team von Trainer Pal Dardai aber immer sicherer und versuchte, mit schnellen Kontern Akzente zu setzen. HSV-Schlussmann René Adler, der aufgrund der Rot-Sperre von Stammkeeper Jaroslav Drobny erstmals seit dem zweiten Spieltag von Beginn an das Hamburger Tor hütete, musste bis zum Halbzeitpfiff allerdings kein einziges Mal eingreifen.

Nach der Pause war vom anfänglichen Elan der Gastgeber nur noch wenig übrig geblieben und so übernahm Berlin zunehmend das Kommando. Kurz nach dem Ausschluss Clébers musste der HSV mit dem sehenswerten Kopfballtreffer Langkamps den zweiten (und entscheidenden) Tiefschlag einstecken. In einer recht hektischen Schlussphase brachten die Berliner ihre Führung recht problemlos über die Runden. (sid/red - 20.3. 2015)

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