Tschechien kündigt NATO-Manöver an

20. März 2015, 21:47
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Übung im Sommer simuliert Luftangriff auf Mitglied der Allianz – Bulgarisches Parlament machte Weg für NATO-Kommandozentrum frei

Prag/Sofia – Tschechien hat ein Militärmanöver mit den USA und anderen NATO-Partnern angekündigt. An der Übung im südwestlichen Boletice nähmen vom 22. Juni bis zum 3. Juli mehr als 400 Soldaten aus Tschechien, den USA, Ungarn, Litauen und der Slowakei teil, erklärte die Sprecherin des tschechischen Verteidigungsministeriums, Jana Samcova, am Freitag in Prag.

Geplant seien erstmals in der Tschechischen Republik gemeinsame Abschüsse von Boden-Luft-Raketen mit kurzer Reichweite, hieß es weiter. Die tschechische sowie die litauische Armee beteiligen sich den Angaben zufolge mit RBS-70-Raketen, die Slowakei mit dem System Igla und Ungarn mit Raketen vom Typ Mistral. Die US-Armee solle bei dem Manöver die elektronische Sicherheit des Kommandozentrums in Stara Boleslav nahe Prag sowie der Kommunikation der Zentrale mit den beteiligten Einheiten sicherstellen.

Bei der Militärübung soll ein Luftangriff auf ein europäische NATO-Mitglied simuliert und die Verteidigungsfähigkeit der Allianz demonstriert werden. Am Montag hatte die tschechische Regierung bereits mitgeteilt, dass sie einem großen US-Militärkonvoi die Durchquerung des Landes gestatte, um ihre Solidarität mit verbündeten Staaten zu demonstrieren, die "durch die Eskalation der Spannung zwischen Russland und der Ukraine bedroht" seien.

NATO-Kommandozentrum in Bulgarien geplant

Das Parlament in Sofia machte am Freitag den Weg für die Einrichtung eines NATO-Kommandozentrums in Bulgarien frei. Es geht um eines von sechs Kommandozentren, die das Verteidigungsbündnis kommendes Jahr einrichten will, um die Absicherung seiner östlichen Flanke zu verstärken. Die Kommandozentrale soll Militärübungen verschiedener Staaten in Bulgarien koordinieren, die Hälfte der 40 Mitarbeiter sollen Bulgaren sein. Dafür musste das Parlament das Gesetz aufheben, das es der bulgarischen Armee untersagte, auf eigenem Boden unter internationalem Kommando zu stehen.

Die russische Armee hält derzeit gleich mehrere groß angelegte Manöver ab, unter anderem auf der vor einem Jahr von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim, in der zwischen Polen und Litauen gelegenen russischen Exklave Kaliningrad und in der Arktis. (APA, 20.3.2015)

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