Buch ohne Schimpfwörter: Ein Besen gegen die Freiheit der Kunst

22. März 2015, 09:00
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Besorgten Lesern macht eine App Literatur "blitzsauber"

Mit Schimpfwörtern in Büchern ist es so, wie mit Blauschimmelkäse im Salat, erklären die Macher der App "Clean Reader". Der E-Book-Reader fegt allzu Schundiges aus der Literatur. Denn wer keinen Edelschimmel mag, würde ja auch die Stückchen herauslesen und erst dann den Salat genießen. Das Argument, Autoren seien Künstler, gelte nicht – in der Kulinarik sei der Koch ja auch einer.

Die App bietet einen Reinigungsgang in drei Stufen: sauber, sauberer, blitzsauber. Derbe Wörter werden ausgeblendet, hinter blauen Punkten verstecken sich Alternativen. Irvine Welshs "Trainspotting" durchziehen die Punkte im Nu wie blaue Pilze englischen Stilton. Es gibt eine App für alles – manchmal ist das auch Käse. (sb, DER STANDARD, 21.3.2015)

  • clean reader

    Wie die App "Clean Reader" funktioniert.

  • "Trainspotting" in der Blauschimmelkäse-Version.
    foto: derstandard.at

    "Trainspotting" in der Blauschimmelkäse-Version.

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