Deutsche Wohnen: Kein Cent mehr für Conwert

21. März 2015, 09:00
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Deuwo-Chef Michael Zahn will das Offert von 11,50 Euro pro Aktie nicht nachbessern

Berlin/Wien - Wenn Michael Zahn, seit 2007 Vorstandschef des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen, über den kleineren österreichischen Konkurrenten Conwert spricht, dann klingt das zunächst nicht sehr positiv. Conwert habe mit zehn Prozent viel höheren Leerstand als deutsche Immobilienunternehmen (zwei Prozent), auch eine hohe Zinslast durch langfristige Swaps, die "sehr, sehr teuer in der Ablöse" seien, sagt er.

Kurzum: Zahn findet die Conwert überbewertet, er hält sie bezüglich der Rentabilität für ein "Unternehmen am unteren Ende". Aber übernehmen will er sie dennoch, denn: Für die Deutsche Wohnen wäre die Conwert die Eintrittskarte auf den österreichischen Markt. Auch die Conwert-Bestände in Leipzig, Potsdam und Berlin "würden gut passen".

Überzeugt vom Sieg

Allerdings will Zahn nur zu dem Preis einkaufen, der jetzt auf dem Tisch liegt: 11,50 Euro pro Aktie. "Das ist kein fairer, sondern ein voller Preis, ich lege keinen Cent drauf", sagt er und macht klar, dass er nicht gewillt ist zu pokern: "Die Deutsche Wohnen ist am Markt als Player bekannt, der nicht überteuert einkauft."

Trotz der nicht eben lauten Begeisterung aus Österreich ist Zahn überzeugt davon, dass seiner Deutschen Wohnen letztendlich die Übernahme gelingt - und zwar mangels Alternativen: "Ich sehe weder eine österreichische Lösung noch einen weiteren Anbieter, der mehr zahlen würde."

Grundsätzlich will Zahn 50 Prozent plus eine Aktie. Doch er hält auch "eine Quote von 65 bis 70 Prozent für realistisch, alles, was über 70 Prozent hinausgeht, wäre ein tolles Ergebnis". Die Angebotsfrist läuft bis 15. April. (bau, DER STANDARD, 21.3.2015)

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