Neues Medikament gegen Morbus Crohn

20. März 2015, 15:52
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Das Studienmedikament Mongersen zeigte eine hohe Wirksamkeit - ohne Nebenwirkungen

Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung mit hohem Leidensdruck. Ständige Durchfälle und krampfartige Bauchschmerzen machen es den Betroffenen schwer, ein normales Leben zu führen. Ärzte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) testeten nun einen neuen Behandlungsansatz.

Erfolgreicher Wirkstoff

Die getestete Therapie hemmt ein Molekül (SMAD7), das seinerseits die Freisetzung eines entzündungshemmenden Botenstoffes (TGF-ß1) blockiert. 160 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Morbus Crohn-Erkrankung wurden nach dem Zufallsprinzip bei dieser Phase-2 Studie in Gruppen eingeteilt und bekamen über zwei Wochen täglich unterschiedlich hohe Dosen des Studienmedikaments Mongersen (10, 40, oder 160 mg) oder eines Placebos als Tablette verabreicht.

Die Behandlung zielte auf klinische Remission ab, also auf ein Nachlassen der Krankheitssymptome und damit auf eine deutliche Verbesserung des Patientenbefindens. Dies gelang insbesondere bei den Gruppen, die täglich 40 oder 160 Milligramm oral verabreicht bekamen: Hier erfuhren jeweils 55 Prozent und 65 Prozent die gewünschte Reduktion der Krankheitsaktivität, wohingegen in der Placebo-Gruppe nur zehn Prozent einen verringerten Wert verzeichneten.

Möglicher Durchbruch

"Eine ähnlich starker therapeutischer Effekt konnte bei der Morbus Crohn-Erkrankung bisher mit keinem anderen Medikament in klinischen Studien erreicht werden", sagt Forschungsleiter Markus Neurath. Darüber hinaus hielt der Effekt lange an, nämlich über drei Monate hinweg, obwohl die Medikamentengabe nur zwei Wochen lang erfolgte.

Die hohe Wirksamkeit wertet Neurath als einen "möglichen Durchbruch" in der Morbus Crohn-Behandlung, der durch weitere Studien abgesichert werden muss. Beim Einsatz bisher vorhandener entzündungshemmender Mittel seien die Symptome nach Absetzen des Medikaments sehr rasch wieder zurückgekehrt. Bei der Anwendung des Medikaments ergaben sich nicht mehr Nebenwirkungen als in der Placebo-Gruppe. (red, derStandard.at, 20.3.2015)

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