Das kurze Leben der Take-away-Box

1. Juni 2015, 10:54
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Ein Projekt ermutigt Kunden, eigene Behälter mitzunehmen

Wien - "Dass unser moderner Lebensstil permanent Müll produziert, ist für viele von uns höchst unerfreulich, ja sogar belastend", sagt Ilse Ravati, eine der Initiatorinnen von "Bring's mit today, schmeiß nix mehr away". Die Initiative setzt bei den "Take-away-Gewohnheiten" an. Anstatt das Wegwerfgeschirr der Restaurants zu verwenden, lassen die Kunden ihre eigenen Gefäße befüllen.

"Zuallererst geht es also um eine Ermutigung der Kunden, sich abseits genormter und vorgegebener Pfade zu bewegen", sagt die zweite Initiatorin Reinhilde Becker. Um eine mögliche Schwellenangst abzubauen, gibt es in den kooperierenden Lokalen Infokarten und den Aufkleber "Take away in deinem Geschirr" am Eingang. Dieser signalisiert: Hier werden gerne mitgebrachte Behälter befüllt, ohne schiefe Blicke.

Finanzielle Vorteile

Wichtig war den Macherinnen eine unkomplizierte Umsetzung. Deshalb gibt es keine Vorgaben im Hinblick auf die Art des Geschirrs. Jeder verwendet, was praktisch und sympathisch ist. In einer ersten Testphase führten Becker und Ravati Gespräche mit Gastronomen im siebten Wiener Gemeindebezirk. Die Rückmeldungen waren positiv, sagt Ravati: "Es gibt ja auch einen finanziellen Vorteil für Restaurants und Kunden, indem die Kosten für das Wegwerfgeschirr und dessen Entsorgung eingespart werden können." Acht Betriebe machen bereits mit, es gibt zudem bereits Interessenten aus den Nachbarbezirken.

Die Bezirksvorstehung des siebten Bezirks unterstützt das Projekt: Druck und Herstellung der Aufkleber und Faltkarten wurden finanziert. Die Liste der teilnehmenden Betriebe werden bald auf deren Homepage abrufbar sein. Weitere interessierte Lokalbetreiber können zudem demnächst Aufkleber und Faltkarten direkt in der Bezirksvorstehung beziehen.

Der nächste Schritt des Projekts ist die Entwicklung eines Take-away-Behälters, der die Vorteile von japanischer Bento-, indischer Tiffin-Box und den traditionellen österreichischen Essensträgern in sich vereint.

Im Mai 2014 gewannen Ravati und Becker mit ihrem Projekt zur Müllvermeidung den Neubauer Klimaschutzpreis KLIP7, der in diesem Jahr unter dem Motto "REduce, REuse, REcycle" stand. (red, 21.5.2015)

  • Zum Essen gibt es automatisch die Verpackung dazu. Aber Take-Away muss nicht automatisch Müll erzeugen.
    foto: reuters/stefan wermuth

    Zum Essen gibt es automatisch die Verpackung dazu. Aber Take-Away muss nicht automatisch Müll erzeugen.

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