Matchball für Hirscher im Gesamtweltcup

20. März 2015, 13:07
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ÖSV-Läufer kann im Riesentorlauf großes Kristall perfekt machen - Im Slalom gegen Neureuther um Wertung

Meribel - Als erster Skirennläufer kann Marcel Hirscher zum vierten Mal in Folge den Gesamtweltcup gewinnen. Und die Chancen stehen gut, dass der Salzburger bereits am Samstag im Riesentorlauf von Meribel den Coup vollendet. Im Slalom zum Saisonabschluss am Sonntag kämpft der 26-Jährige noch gegen den Deutschen Felix Neureuther um die kleine Kugel, es wäre seine dritte en suite in dieser Disziplin.

Mit dem hervorragenden vierten Platz im Super-G am Donnerstag hat Hirscher auf den zweitplatzierten Norweger Kjetil Jansrud nur 30 Punkte eingebüßt, er liegt nun noch mit 34 Zählern in der Gesamtwertung voran. Bleibt er am Ende vorne, würde er mit Landsmann Hermann Maier, Gustavo Thöni (ITA) und Pirmin Zurbriggen (SUI) gleichziehen, die ebenfalls insgesamt viermal gewonnen haben. Voran liegt mit fünf Trophäen der Luxemburger Marc Girardelli.

"Viermal hintereinander wäre eine Sensation"

"Wenn er jetzt seine Leistungen wie bei den letzten Rennen bringt, wird das der Gesamt-Weltcup. Und viermal hintereinander wäre eine Sensation", sprach ÖSV-Alpindirektor Hans Pum den historischen Wert an.

Hirscher hat sich vergangenes Wochenende als Zweiter in Kranjska Gora bereits zum zweiten Mal in seiner Karriere die Riesentorlaufwertung gesichert. In allen sieben Weltcup-Saisonrennen stand er auf dem Podest, er feierte fünf Siege und errang jeweils einen zweiten und einen dritten Platz. Zudem holte er WM-Silber. Das bisher letzte Mal außerhalb der Top-Vier war er am 12. Jänner 2013 als 16. in Adelboden. Aufgrund seines Formhochs und Selbstvertrauens gibt es keinen Grund, dass diese Serie ausgerechnet am Samstag reißen sollte.

Jansrud hingegen hat seine besten Riesentorlaufzeiten schon hinter sich, der Olympia-Zweite von Vancouver 2010 kam in diesem Winter über Rang 14 als beste Ergebnis nicht hinaus. Bei einem Ausfall von Hirscher müsste Jansrud zumindest Siebenter werden, um die Führung im Gesamtweltcup zu übernehmen. Und dann steht am Sonntag immer noch der Slalom auf dem Programm, in dem Hirscher zu den Sieganwärtern zählt.

"Ich werde attackieren"

"Der Super-G war eine perfekte Vorbereitung für den Riesentorlauf", sagte Hirscher, der den ersten GS-Durchgang von seinem Coach Michael Pircher gesetzt bekommt, was sicherlich kein Nachteil sein wird. Mit den Kraftreserven sieht es ebenfalls noch gut aus. "Grundsätzlich glaube ich, dass ich nicht mehr oder weniger Verschleißerscheinungen habe als andere in ihren Jobs." Jansrud zeigte sich ebenfalls für den Riesentorlauf gerüstet. "Ich werde attackieren und dann sehen wir, was passiert." Sollte dies etwas Außergewöhnliches sein, dann wird er auch den Slalom bestreiten.

Während im Riesentorlauf das Kristall an Hirscher vergeben ist und sich der Franzose Alexis Pinturault und der entthronte US-Amerikaner Ted Ligety noch um Platz zwei matchen, lautet im Slalom das Duell um den Titel Neureuther gegen Hirscher. Der Deutsche hat 55 Zähler Vorsprung, es wäre seine erste Kristallkugel, und die Favoritenrolle bekommt er von dem ÖSV-Superstar zugeschoben: "Das wird noch spannend, aber Felix hat einen guten Vorsprung."

In der vergangenen Saison setzte sich im spannenden Finish Hirscher durch. Er lag vor dem abschließenden Bewerb in der Disziplinwertung fünf Punkte hinter Neureuther, gewann dann aber beim Finale in Lenzerheide vor diesem und setzte sich mit 15 Punkten Vorsprung durch. Um Platz drei geht es heuer zwischen Henrik Kristoffersen (NOR), Alexander Choroschilow (RUS), Fritz Dopfer (GER), Stefano Gross (ITA) und Mattias Hargin (SWE) eng zu.

Ob es das letzte Weltcuprennen in der Karriere von Benjamin Raich und jenes von Reinfried Herbst sein wird, wird sich erst später weisen. Beide haben Entscheidungen über ihre Zukunft nicht vor Frühjahr/Sommer angekündigt. (APA, 20.3.2015)

Beginnzeiten Herren, Samstag, Riesentorlauf, 10.00/12.30 Uhr, Sonntag, Slalom, 09.00/11.30 Uhr (jeweils live ORF eins)

  • Kann sich nur selber schlagen: Marcel Hirscher.
    foto: apa/ap/trovati

    Kann sich nur selber schlagen: Marcel Hirscher.

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