Ausdehnung des arktischen Eises auf neuem Tiefststand

20. März 2015, 12:56
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Winter-Maximum lag heuer 1,1 Millionen Quadratkilometer unter dem langjährigen Durchschnitt

Wien - Das arktische Meereseis hat heuer die geringste Ausdehnung seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht. Die vom US-Datenzentrum für Schnee und Eis (NSIDC) gemessenen 14,54 Millionen Quadratkilometer bedeuten einen Verlust von 1,1 Millionen Quadratkilometern zum durchschnittlichen Maximum, hielt der WWF Österreich am Freitag fest.

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Nachdem das arktische Eis in der Regel im September sein Minimum erreicht, wird die maximale Ausdehnung laut WWF-Aussendung normalerweise im März nach dem arktischen Winter gemessen. Heuer dürfte der Maximalwert am 25. Februar erreicht worden sein, hieß es auf der NSIDC-Webseite. Dabei wurde die geringste Eisfläche seit Beginn der Satellitenmessung verzeichnet. Eine vollständige Analyse des vergangenen Winters will das NSIDC im April veröffentlichen.

Starke Schmelze im Sommer befürchtet

Verantwortlich für den Negativrekord war ein ungewöhnlich warmer Februar in Alaska und Russland, erläuterte der WWF. Der gemessene Wert deute darauf hin, dass das Eis heuer dünner ist, langsamer wuchs und sich weniger weit ausbreiten konnte. Durch den Rückkoppelungseffekt könnte sich die sommerliche Eisschmelze weiter beschleunigen. Weißes Eis strahlt das Sonnenlicht zurück, größere dunkle Wasserflächen absorbieren mehr Wärme und verstärken die Erwärmung von Wasser und Luft.

Dünneres Eis schmilzt leichter, dickes mehrjährig gewachsenes Eis wurde in den letzten beiden Jahrzehnten immer weniger, betonte der WWF. Der Verlust des Polareises habe zur Folge, dass sich auf der nördlichen Hemisphäre das Klima ändert. "Die Sommer werden niederschlagsreicher, die Winter strenger und die Wetterextreme häufen sich", warnte Samantha Smith, die Leiterin des WWF-Klima- und Energieprogramms. (APA/red, derStandard.at, 20.3. 2015)

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