Interesse an Chinas AIIB

20. März 2015, 12:56
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Interesse an Beteiligung an der Asiatischen Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB) signalisiert

Tokio/Sydney/Peking - Japan signalisiert trotz Bedenken der USA Interesse an einer Beteiligung an der Asiatischen Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB). Unter bestimmten Bedingungen sei man zu einer Mitarbeit in der von China geführten Entwicklungsbank bereit, verkündete Finanzminister Taro Aso heute, Freitag, in Tokio.

Der Schritt kommt überraschend: Zwar pflegen die zweit- und drittgrößte Volkswirtschaft der Welt enge Handelsbeziehungen, doch liegen sie in politischen Fragen oft über Kreuz - etwa im Streit um die von Japan beanspruchte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Voraussetzung für ein japanisches Engagement sei ein glaubwürdiges Verfahren der Kreditvergabe, sagte Aso.

Auch Australien erwägt eine Mitarbeit. "Mehr als 30 Länder sind bereits dabei", sagte Finanzminister Joe Hockey im Rundfunk. "Das wird in unsere Region, in unsere Nachbarschaft ausstrahlen." Es müsse aber Transparenz geben. "Kein Land darf das Ganze kontrollieren", nannte Hockey als Bedingung.

Auch die Schweiz will sich an der AIIB beteiligen. Der Schweizer Bundesrat hat am Freitag die Teilnahme am Gründungsprozess beschlossen. Die Bank soll eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in Asien fördern.

Das Projekt wurde im vergangenen Jahr von China aus der Taufe gehoben, um mehr Investitionen in die Infrastruktur - Straßen, Telekommunikationsnetze und andere Bereiche - nach Asien zu leiten. Von manchen Beobachtern wird dies als Konkurrenz zur Weltbank und zur Asiatischen Entwicklungsbank ADB gesehen. Auch Deutschland will sich an der AIIB beteiligen. Die USA stehen der AIIB skeptisch gegenüber. Sie befürchten einen Bedeutungsverlust der vom Westen dominierten Weltbank. (APA, 20.3.2015)

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