Erhebliche Sicherheitsmängel bei Geschenkkarten

20. März 2015, 08:35
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c’t: "Mit simplen Tricks können Gauner auf fremde Rechnung shoppen gehen"

Geschenkkarten lassen sich erschreckend einfach manipulieren, wird in der aktuellen Ausgabe des Computermagazins c’t gewarnt. Während Geldscheine mit immer mehr Sicherheitsmerkmalen gegen Fälschungen geschützt werden, sieht das bei den beliebten Geschenkkarten völlig anders aus. "Mit simplen Tricks können Gauner deshalb auf fremde Rechnung shoppen gehen", heißt es in der Zeitschrift. Dafür reicht oft ein Stück Klebeband oder ein Aufkleber.

Leichtes Spiel für Betrüger

Gutscheinkarten beziehungsweise Geschenkkarten gibt es inzwischen überall an Tankstellen, Trafiken und in Geschäften. Von Saturn und Ikea bis Shell, Google und Apple sind fast alle größeren Firmen dabei.

Doch der Ärger ist groß, wenn der Beschenkte beim Einscannen der Karte an der Kasse erfährt, dass der Gutschein längst aufgebraucht oder nie aufgeladen wurde. Möglicher Grund: Der Kunde ist Opfer von Betrügern geworden. Die haben bei den Geschenkkarten leichtes Spiel, weil diese als Sicherheitsmerkmal lediglich über einen Barcode oder Magnetstreifen verfügen. So könnten etwa Magnetstreifendaten eines Gutscheins auf den Magnetstreifen eines zweiten kopiert werden.

Eigener Barcode-Aufkleber

"Die Gutscheine lassen sich ganz einfach manipulieren, indem ein Betrüger Geschenkkarten vertauscht oder einen eigenen Barcode-Aufkleber anbringt", so c't. Sobald ein argloser Kunde einen präparierten Gutschein gekauft hat, kann der Betrüger das Guthaben abzocken. Leicht haben es Betrüger bei Karten, die fortlaufende Nummern für ihre Gutschein-Barcodes verwenden. So lassen sich neue Barcodes besonders leicht herstellen. Von der Sicherheitslücke betroffen seien unter anderem die Geschenk- und Guthabenkarten von Media Markt, Saturn, Obi und Toom sowie Prepaid-Karten von Shell und Jet. Bei manchen Gutscheinkarten wie bei iTunes von Apple könne der Original-Barcode mit einem anderen Barcode überklebt werden, um an das Guthaben zu kommen.

Guthaben rasch einlösen

Hersteller der Geschenkkarten sehen derzeit keinen Handlungsbedarf, weil es bisher nur wenige Einzelfälle von Manipulationen gebe. Auch die Verkaufsstellen und Händler haben bisher nicht auf die Sicherheitslücken reagiert. Dementsprechend warnt c't vor einem "unkalkulierbaren Risiko" und rät Guthaben rasch einzulösen.

Laut einer Sprecherin der Unternehmensgruppen wird in österreichischen Märkten vom Saturn und Media Markt ein anderes System angeboten. Hierzulande gibt es demnach nur Geschenkkarten mit Barcode und Sicherheits-PIN. Die Aktivierung der Karten sei nur mit PIN möglich, dieser muss mit dem Barcode der jeweiligen Karte überein stimmen. Die Mitarbeiter der Unternehmensgruppen seien außerdem geschult, auf Manipulationen zu achten. Betrugsfälle wie die in c't beschriebenen seien in Österreich bisher in der Form nicht bekannt. (APA/red, 20.3. 2015)

  • Gutscheine waren 2014 unter den häufigsten Geschenke zu Weihnachten.
    foto: sum

    Gutscheine waren 2014 unter den häufigsten Geschenke zu Weihnachten.

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