Diplomat über Atomgespräche: Licht am Ende des Tunnels

19. März 2015, 16:50
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"Es geht in die richtige Richtung, aber es gibt noch keinen Deal"

Lausanne/Wien - Bei den entscheidenden Atomgesprächen zwischen den fünf UN-Vetomächten plus Deutschland (5+1-Gruppe) und dem Iran in Lausanne gibt es offenbar Bewegung. Elf Tage vor dem Ende der Deadline meinte ein europäischer Diplomat gegenüber der APA, dass es "Licht am Ende des Tunnels" gebe. "Es geht in die richtige Richtung, aber noch gibt es keinen Deal", so der Experte.

"Ich weiß, dass einige andere Kollegen noch weitaus skeptischer sind, aber wenn ich mir die Worte der beiden Außenminister der USA und des Iran, John Kerry und Mohammad Javad Zarif, anhöre, wonach es Fortschritte gibt, bestätigt sich mein Eindruck, dass wir nun die letzten Meter bis zu einer politischen Rahmenvereinbarung absolvieren", ergänzte der Diplomat.

In dieselbe Kerbe schlug auch der deutsche Außenamtssprecher Martin Schäfer. "Es gibt noch eine Wegstrecke zu gehen. Die ist kompliziert. Die ist schwierig. Dafür müssen die entscheidenden politischen Weichen gestellt werden", so Schäfer gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur IRNA. "Wir sind weiterhin zuversichtlich, dass genau das gelingen kann. Aber das setzt voraus, dass besonders in Teheran der politische Mut besteht, den letzten Weg bis ins Ziel dann auch zu gehen. Das ist noch möglich", sagte der Sprecher.

Deshalb sei es weiterhin das Interesse der deutschen Bundesregierung, so schnell wie nur irgend möglich - am liebsten noch in dieser Woche - zu einer Grundsatzeinigung zu kommen, die dann den Weg in die Ausverhandlung des Kleingedruckten bahnt.

Das deutsche Außenamt bestätigte gegenüber der APA die Aussagen Schäfers gegenüber der IRNA. (APA, 19.3.2015)

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