Jemen: Kämpfe im Süden, Luftschlag gegen Hadi

19. März 2015, 17:50
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Jemens Präsident Hadi in Sicherheit gebracht - Kampfflugzeug beschoss Palast des geflüchteten Staatschefs

Aden/Sanaa - Die Lage im Jemen kommt nicht zur Ruhe. Nach Kämpfen am Flughafen der südlichen Stadt Aden gab es am Donnerstagnachmittag Luftangriffe auf den Sitz des in Sanaa gestürzten Staatspräsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. Dieser war vor einigen Wochen aus der Hauptstadt des Jemen geflohen, die von den schiitischen Huthi-Milizen kontrolliert wird. Er versucht seither, die Amtsgeschäfte aus seiner Heimatstadt Aden weiterzuführen. Diese liegt im Süden des Landes, der fast ausschließlich von Sunniten bewohnt wird.

Hadi sei bei dem Angriff nicht verletzt worden, hieß es später. Er befinde sich an einem sicheren Ort, man habe die Situation unter Kontrolle. Darüber, wer für den Luftschlag verantwortlich ist, gab es vorerst keine Angaben. Allerdings sollen laut Augenzeugen in Sanaa zahlreiche Kampfflugzeuge abgehoben haben.

Tote am Flughafen Aden

Am internationalen Flughafen von Aden hatte es schon in der Früh schwere Zusammenstöße gegeben. Kämpfer Hadi-treuer Milizen waren dabei mit schwerem militärischen Gerät und mit Panzern gegen Anhänger des abtrünnigen Generals Abdelhafez al-Saqqaf vorgerückt. Bei der folgenden Einnahme des Flughafengeländes gab es mindestens 13 Tote. Al-Saqqaf ergab sich am Nachmittag, er ist seither in Haft. Schon zuvor war der internationale Flugverkehr wieder angelaufen.

Hadi wird von der internationalen Gemeinschaft weiter als Präsident des Jemen anerkannt. Ihn unterstützen vor allem die sunnitischen Nachbarstaaten auf der Arabischen Halbinsel, die hinter dem Erstarken der Huthis den schiitischen Iran vermuten. (red, DER STANDARD, 20.3.2015)

  • Anhänger des geflüchteten Präsidenten Abed Rabbo Mansour Hadi in der Stadt Aden am Donnerstag.
    foto: apa/epa/str

    Anhänger des geflüchteten Präsidenten Abed Rabbo Mansour Hadi in der Stadt Aden am Donnerstag.

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