Heinisch-Hosek: 300 zusätzliche Workshops gegen Extremismus

19. März 2015, 14:33
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Verdoppelung des Angebots für Schulen aufgrund hoher Nachfrage - Kosten: 150.000 Euro

Wien - Der Andrang auf die vom Unterrichtsministerium seit Ende Jänner angebotenen 300 Workshops für Lehrerinnen und Lehrer gegen Extremismus waren so schnell aus- und überbucht, dass Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) nun kurzfristig aufstockt und weitere 300 derartige Workshos, die unter dem Motto "Bildung für Deradikalisierung" firmieren, zur Verfügung stellt. Die Kosten dafür belaufen sich auf 150.000 Euro.

"Pädagogische Präventionsarbeit wirkt langfristig und muss laufend in den Schulen Platz finden", begründet Heinisch-Hosek diese Maßnahme: "Lehrerinnen und Lehrer leisten jeden Tag Großartiges. Mit den Workshops möchte auch sie in ihrer Arbeit unterstützen und die Schülerinnen und Schüler stärken. Selbstbewusste Kinder und Jugendliche brauchen keine destruktiven Ideologien. Ich sehe Präventionsarbeit deshalb in der ganzen Breite."

Die erste Tranche dieser Präventionsworkshops wurden nach dem Expertengipfel zu Extremismus und Bildung vor rund sieben Wochen angekündigt. Mittlerweile ist die Nachfrage auf mindestens 450 derartige, für die Schulen kostenlose Unterrichtsangebote angewachsen. Die vielen Voranmeldungen veranlassten Heinisch-Hosek nun, das Angebot zu verdoppeln.

Die Schulen können die Workshops über das Zentrum Polis - "Politik lernen in der Schule" - beantragen. Konkret durchgeführt werden die drei bis vier Unterrichtseinheiten von verschiedenen Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs). So bietet etwa der Verein Asylkoordination Österreich Projekte zum Thema Flucht oder die Demokratiezentrum zu "Demokratie und Grundrechte" an, die Bundesjugendvertretung veranstaltet ein Seminar zum Thema "Nein zu Gewalt!", das Mauthausen Komitee Österreich trainiert Zivilcourage oder das Österreichische Jugendrotkreuz behandelt mit den Schülerinnen und Schülern das humanitäre Völkerrecht.

Ziel der Workshops sei die Unterstützung langfristiger pädagogischer Präventionsarbeit, nicht sozialarbeiterische und schulpsychologischer Intervention.

Um dieses Bildungsangebot finanzieren zu können, wird Heinisch-Hosek, der rund 300 Millionen Euro im Budget fehlen, im eigenen Haus sparen: "Ich werde dafür weniger Öffentlichkeitsarbeit machen", sagte sie vor Medienvertretern. (Lisa Nimmervoll, derStandard.at, 13.3.2015)

  • Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) verdoppelt die Mittel für Deradikalisierungskurse in den Schulen.
    foto: apa / georg hochmuth

    Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) verdoppelt die Mittel für Deradikalisierungskurse in den Schulen.

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