Giftfreie Produktion von Textilien nimmt zu

19. März 2015, 09:51
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Greenpeace stellt H&M und Zara ein gutes Zeugnis aus, bei Nike verortet die NGO Aufholbedarf, Schlusslichter wurden GAP und Luxusfirmen

Wien - 29 internationale Modemarken, Zulieferer und Diskonter haben sich gegenüber Greenpeace verpflichtet, bis zum Jahr 2020 alle Risiko-Chemikalien aus ihrer Produktion zu entfernen. Das entspricht etwa 15 Prozent der globalen Textilproduktion. Ein am Donnerstag veröffentlichtes Ranking fasste die Fortschritte in der Textilbranche im Rahmen der Detox-Kampagne zusammen.

"Zusammenfassend kann man sagen, dass unsere Detox-Kampagne den Style der Textilhersteller deutlich verändert hat. Die meisten der Firmen, die sich verpflichtet haben, ihre Produktion zu entgiften, stehen zu ihrem Wort und beginnen Mode zu produzieren, die die Umwelt verkraften kann", sagte Nunu Kaller, Textil-Expertin und Konsumentensprecherin bei Greenpeace CEE in Österreich.

In der aktuellen Untersuchung prüfte Greenpeace 18 globale Kleidungsfirmen, die sich schon lange auf eine saubere Textilproduktion bis 2020 verpflichtet haben, wie auch Unternehmen bewertet wurden, die dies noch nicht getan haben. Die Firmen listete Greenpeace in den Kategorien "Detox-Trendsetter", "Greenwasher" und "Detox-Schlusslichter".

16 Firmen schlecht beurteilt

Haben Firmen besonders gefährliche Schadstoffe wie Alkylphenolethoxylate, Weichmacher oder per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) aus ihrer Produktion bereits verbannt und Abwasserdaten veröffentlicht, dann werden sie als "Detox-Trendsetter" geführt. Dies ist bei 16 Firmen der Fall. H&M verbannte laut den Angaben als erste Firma vor zwei Jahren die krebserregenden und hormonell wirksamen PFC. Zara hat die Abwasserdaten von über 100 Fabriken offen gelegt und führt auf diesem Sektor, berichtete die NGO. Positiv erwähnt wurden auch die Sportartikelhersteller Puma und Adidas.

Die "Greenwasher" Nike und LiNing dagegen haben trotz Detox-Verpflichtung weder Chemikalien aussortiert noch Abwasserdaten zugänglich gemacht. Totale Detox-Trendverweigerer waren demnach Luxusmarken wie Versace, Louis Vuitton und Hermes.

Die giftigen Chemikalien, die die Modefirmen zum Färben und Ausrüsten von Textilien einsetzen, würden Gewässer und Trinkwasserreserven besonders in den Herstellungsländern verschmutzen. In den großen Städten Chinas - dem Land mit der größten Textilproduktion - sind über 60 Prozent der Trinkwasserreserven ernsthaft verschmutzt, wobei die Textilbranche für zehn Prozent der industriellen Abwasserlast des Landes verantwortlich sei, berichtete Greenpeace. (APA, 19.3.2015)

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