E-Card: Testpatienten gegen Sozialbetrug

18. März 2015, 17:37
348 Postings

Schelling will E-Card-Missbrauch eindämmen

Wien - Testpatienten, sogenannte Mystery-Shopper, gehen zum Arzt und geben vor, krank zu sein: Werden sie ohne Grund und ohne den Arzt zu Gesicht zu bekommen, krankgeschrieben, wird das gemeldet. Das Modell der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) hat sich Finanzminister Hans-Jörg Schelling (ÖVP) zum Vorbild für ganz Österreich genommen, um gegen Sozialbetrug vorzugehen. 200 Millionen Euro will er für die Steuerreform gewinnen.

Sanktionen für Ärzte sind angedacht, bisher gab es in Wien zwei Vertragskündigungen. Johannes Steinhart, Vizepräsident der Ärztekammer, sieht darin das Vertrauen zu Ärzten geschwächt, weil sie absichtlich getäuscht werden. Das will er juristisch prüfen lassen. Nicht die Ärzte sollen kontrolliert werden, sondern die Patienten, ob sie tatsächlich krank seien.

Außerdem sollen Ärzte künftig zur E-Card einen Ausweis verlangen, um Missbrauch zu vermeiden. Großflächigen Missbrauch gibt es aber laut WGKK nicht, 2014 wurden 547 Fälle von Verrechnungsfehlern gemeldet. Den Fehler sieht Steinhart im System und fordert, die E-Cards mit Fotos auszustatten, um die Verantwortung nicht den Ärzten zu geben. Ein Vorschlag, den der Hauptverband umgehend als "undurchführbar" zurückweist. (mte, DER STANDARD, 19.3.2015)

Share if you care.