Die erstaunliche Langlebigkeit der Käfer

18. März 2015, 17:53
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Die Enorme Artenvielfalt der größten Insektenordnung könnte ihrer niedrigen Aussterberate geschuldet sein

Boulder/Wien - Käfer (Coleoptera) sind mit derzeit etwa 380.000 bekannten Arten die mit Abstand größte Ordnung im Tierreich: Sie machen rund 40 Prozent aller bekannten Insekten und 30 Prozent aller bekannten Tiere aus, jährlich kommen hunderte Neuentdeckungen dazu.

Geht es nach Forschern der University of Colorado, könnte diese erstaunliche Vielfalt aber weniger einer beispiellosen Artenbildung als vielmehr der extrem geringen Aussterberate dieser Insekten geschuldet sein. Für ihre Studie in den "Proceedings of the Royal Society B" erfassten Dena Smith und Kollegen mehr als 5500 dokumentierte Fossilien, die bis in das Perm zurückreichen, aus 221 Fundstätten weltweit.

Die einzelnen Spezies konnten insgesamt 214 Familien zugeordnet werden, von denen im Lauf der vergangenen 280 Millionen Jahre offenbar nur 35 komplett verschwanden: Alle heute bekannten Käferspezies entstammen einer der 179 übrigen Familien. Doch damit nicht genug: Zur großen Überraschung der Forscher ist von den 151 bekannten Familien der größten Käferunterordnung (Polyphaga) über Jahrmillionen nicht eine einzige verschwunden.

Das außergewöhnlich erfolgreiche Erfolgskonzept der Käfer im Allgemeinen und der Polyphaga im Speziellen dürfte vor allem in ihrer flexiblen Ernährung und hohen Mobilität liegen, die schnelle Reaktionen auf sich verändernde Lebensbedingungen zulassen, so die Forscher. (dare, DER STANDARD, 19.3.2015)

  • Fossil eines 45 Millionen Jahre alten Rüsselkäfers aus Colorado.
    foto: dena smith

    Fossil eines 45 Millionen Jahre alten Rüsselkäfers aus Colorado.

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