Deutsche Wohnen auf gutem Weg zur Conwert-Übernahme

18. März 2015, 17:07
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Bis 15. April haben die Conwert-Aktionäre Zeit, ihre Aktien an die Deutsche Wohnen zu verkaufen. Der Preis bleibt bei 11,50 Euro pro Aktie

Wien - Eine Liebesheirat dürfte die Verbindung zwischen der Deutsche Wohnen und dem Team rund um Conwert-Chef Clemens Schneider nicht werden. "Wir werden das am Mittwoch veröffentlichte Übernahmeangebot binnen zehn Börsetagen prüfen", hieß es lapidar. Conwert hatte zuletzt mehrmals die Firmenchefs gewechselt.

Für den rebellischen Conwert-Aktionär Alexander Proschofsky wäre die Deutsche Wohnen "der richtige Käufer", der Preis sei aber viel zu niedrig. Er kritisiere seit zwei Jahren, dass bei der Conwert "keine befähigten Menschen am Werk sind, die je irgendwas mit Immobilien gemacht haben". Wenn hingegen qualifizierte Leute das Ruder übernähmen, bliebe er gerne Aktionär. Proschofsky hielt zuletzt über seine Cube Invest 1,5 Prozent an der Conwert.

Wie berichtet, bietet Deutsche Wohnen 11,50 Euro pro Conwert-Aktie und will 50 Prozent plus eine Aktie. Eine Preisaufstockung werde es definitiv nicht geben, sagte Deutsche-Wohnen-Finanzvorstand Andreas Segal zum STANDARD. In Summe werden die Deutschen rund 1,2 Mrd. Euro in die Übernahme von Conwert und ihrer Tochter Eco investieren. Für 25 Prozent der Conwert-Aktien hätten die Deutschen bereits fixe Zusagen. Die Angebotsfrist läuft bis 15. April.

Das Immobilien-Portfolio der Conwert befindet sich zu 90 Prozent in Deutschland. Laut Segal seien v. a. die Immos in Berlin, Potsdam, Dresden, Leipzig und Wien interessant. 14.000 Immobilien, die sich in Teilen Ostdeutschlands und in Nordrhein Westfalen befänden, passen strategisch nicht ins Portfolio der Deutschen und werden verkauft. (cr, DER STANDARD, 19.3.2015)

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