Abnehmen, zähflüssig: Die Honig-Diät

Rezension20. März 2015, 08:00
71 Postings

Aktuelle Bücher zur Fastenzeit - Teil 11

Was der Ernährungswissenschaftler und Pharmazeut Mike McInnes verspricht, klingt nach einer Sensation: Eine Diät, mit der sich das Leben regelrecht versüßen lässt.

Zwei Esslöffel Honig in der Früh und am Abend sollen ausreichen, um wöchentlich 1,5 Kilogramm abzunehmen. Wenn es tatsächlich so einfach wäre, hätte der 72-jährige Schotte allerdings keine 160 Seiten füllen müssen. Der Teufel steckt bekanntermaßen im Detail. Zunächst ist einmal Verzicht angesagt: Wenig Kohlehydrate, kein Fast-Food, keine Light-Produkte und vor allem kein Industriezucker. Das Alternativ-Mantra heißt wie gewohnt: Gesunde Ernährung. Und Honig statt Zucker.

Kein Heißhunger mehr

McInnes weiß seine Diät vor allem mit (wissenschaftlich nachgewiesenen) gesundheitsfördernden Eigenschaften zu garnieren, die dem zähflüssigen, goldgelben Bienensaft nachgesagt werden.

Demnach wirkt Honig leicht entzündungshemmend, antiseptisch, schlaffördernd, blutdrucksenkend und hat vor allem den Vorteil, dass die Zuckermoleküle über das Blut zur Leber transportiert werden. Hier wird die Fructose herausgelöst, zu Glucose umgebaut und im Glykogenspeicher der Leber gelagert. Dadurch wird verhindert, dass der Körper einen erhöhten Blutzuckerspiegel anzeigt, übermäßig Insulin ausschüttet und Fett anlegt. Ein weiterer Vorteil: Auch der Heißhunger auf Süßes verschwindet. Zumindest dann, wenn die empfohlene Dosis von zwei bis vier Esslöffeln pro Tag nicht überschritten wird.

Überschaubar und fad ist allerdings der Rezeptteil, der sich weitgehend auf Honig-Brezeln, -Brötchen, -Kuchen, -Muffins und -Müsli beschränkt. Die "neue" Substitutionstherapie klingt zwar grundsätzlich plausibel, ob man damit überflüssige Kilos verliert, ist jedoch fraglich. Aber triftige Gründe, warum wir lieb zu den Bienen sein sollten, liefert er allemal. (Günther Brandstetter, derStandard.at, 20.3.2013)

Mike McInnes
Die Honig Diät

Der süße Weg zum Wunschgewicht
Knaur 2015
160 Seiten, 17,50 Euro

  • Lieber Honig genießen als Kalorien zählen, empfiehlt Mike McInnes.
    foto: knaur

    Lieber Honig genießen als Kalorien zählen, empfiehlt Mike McInnes.

Share if you care.