Norwegen soll weltgrößten Tunnel für Schiffe bekommen

19. März 2015, 08:06
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Die Küste von Stad in Westnorwegen gilt als gefährlich und mühsam zu umschiffen. Jetzt hat Norwegens Regierung grünes Licht für einen gigantischen Schiffstunnel gegeben.

Seit zehn Jahren wird das Projekt diskutiert, jetzt hat Norwegens Regierung grünes Licht für den größten Schiffstunnel der Welt im westnorwegischen Stad gegeben. Am vergangenen Donnerstag erteilte das Verkehrsministerium in Oslo der Küstenverwaltung des Landes, Kystverket, den Auftrag zur Ausarbeitung eines Vorprojekts. Für die endgültige Realisierung des maritimen Bauwerks sind eine Milliarde norwegische Kronen (rund 115 Millionen Euro) vorgesehen. Der Tunnel ist Teil des norwegischen Nationalen Verkehrsplanes 2014-2023.

Gefahren umfahren

Die Küstengewässer von Stad im westnorwegischen Bezirk Sogn og Fjordane gelten aufgrund einer außergewöhnlichen Kombination von Meeresströmungen und Untiefen und damit verbundenem hohen Wellengang als besonders gefährlich. Bei schlechten Wetterverhältnissen kommt es sowohl im Frachtverkehr als auch im Liniendienst der Hurtigruten immer wieder zu Verspätungen.

Touristisch interessant

Der Tunnel wird mit 1,7 Kilometern Länge und 37 Metern Höhe so dimensioniert, dass auch das größte Schiff der Hurtigruten-Flotte, die MS Midnatsol, ihn passieren kann. Dieses ist nicht mehr im eigentlichen Sinn Linienschiff, sondern wird wie viele andere auch für Kreuzfahrten genutzt. Angenehmer Begleiteffekt für die traditionsreiche Postschifflinie: Ihre täglich vom westnorwegischen Bergen in Richtung Kirkenes startenden Schiffe werden durch den Tunnel um eine touristische Attraktion reicher sein.

Erfahrene Tunnelbauer

Dass die Norweger Erfahrung darin haben, die zerklüftete und gebirgige Küste verkehrstauglich zu machen, ist vielfach bewiesen: Mit dem 24,5 Kilometer langen Lærdaltunnel befindet sich bereits der längste oberirdische Autotunnel der Welt in Fjordnorwegen. Daneben verbinden zahlreiche unterseeische Tunnelanlagen mit Kreuzungen und Kreisverkehren das Festland mit vorgelagerten Inseln. So ist beispielsweise die Nordkapinsel Magerøy durch einen knapp sieben Kilometer langen Tunnel erreichbar, dessen tiefste Stelle 212 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. (saum, derStandard.at, 18.03.2015)

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