Ärger um 14-tägiges Rückgaberecht auf Steam-Games

18. März 2015, 12:05
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Valve passt zwar seine Geschäftsvereinbarungen an, hebelt das Rückgaberecht aber selbst wieder aus

EU-Bürger haben laut Abonnentenvereinbarung im Nutzungsvertrag künftig nach EU-Gesetz ein 14-tägiges Rückgaberecht auf Spiele, die über die PC-Spieleplattform Steam erworben wurden. Die Rückgabe ist ohne Angabe von Gründen möglich und umfasst die Rückerstattung des kompletten Kaufpreises. Unterdessen mehren sich allerdings die Berichte, wonach Steam dieses Recht schon im Zahlungsverfahren aushebelt.

Rechte

"Wenn sie ein in der EU ansässiger Abonnent sind, sind sie berechtigt, einen Vertrag über die Bereitstellung digitaler Inhalte innerhalb einer Frist von vierzehn Tagen oder bis zu dem Zeitpunkt kostenfrei und ohne Angabe von gründen zu widerrufen, in dem Valve mit ihrer ausdrücklichen Einwilligung mit der Erfüllung seiner pflichten begonnen hat und sie zugleich anerkannt haben, dass sie hierdurch ihr Widerrufsrecht verlieren, je nachdem, welches der beiden obigen Ereignisse zeitlich zuerst eintritt" heißt es in den Nutzungsvereinbarungen von Betreiber Valve. Die besagte Frist von vierzehn Tagen tritt ein, sobald man das Spiel gekauft hat. Lädt man das Spiel herunter und installiert es, verfällt das Rückgaberecht.

"Deshalb werden Sie im Zuge des Bestellvorgangs darüber informiert, wann wir mit der Vertragserfüllung beginnen, und darum gebeten, ihre ausdrückliche Einwilligung zur verbindlichen Geltung des Vertrags zu erteilen." Gleichzeitig warnt Steam davor, die zur Nutzer-Identifizierung notwendige IP-Adresse mittels Proxy zu manipulieren. Der Verstoß gegen die Geschäftsbedingungen kann zur permanenten Löschung des Nutzerkontos führen.

Stolperstein

Wie die Seite Gamestar nun meldet, scheint Steam dieses Rückgaberecht allerdings bereits im Zahlungsvorgang zu torpedieren.

"Wir festgestellt, dass Valve das Rückgaberecht aus seinem aktualisierten Nutzungsvertrag beim Erwerb eines neuen Produkts direkt wieder aushebelt. Im letzten Schritt des Kaufprozesses muss der Kunde nämlich ausdrücklich zustimmen, auf sein zuvor gewährtes Widerrufsrecht zu verzichten. Die Änderung ist also lediglich eine Anpassung an geltendes EU-Recht, ohne dass sie irgendwelche Auswirkungen für den Endverbraucher hat."

Eine Stellungnahme seitens Steam steht bislang noch aus. (zw, derStandard.at, 18.3.2015)

  • Artikelbild
    foto: steam
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