Heginger/Herbert/Cech mit jazzigem "Springlink"

20. März 2015, 10:30
2 Postings

Treffen dreier Kapazitäten der nicht nur heimischen Jazzszene

Winzige Besetzungen, etwa Trios, offenbaren das solistische Potenzial des Einzelnen. Sie leben aber auch von der Fähigkeit eines Musikers, selbstlos kommunikativ zu werden und im Ganzen der Band aufzu gehen. Beides ist auf Springlink zu erleben; drei Kapazitäten der nicht nur heimischen Jazzszene trafen einander, um diese magische Besetzungszahl mit Substanz zu beleben. Sängerin Agnes Heginger beherrscht Scattechniken. Sie vermag aber auch theatralisch in fantasiesprachliche Sphären abzuheben oder malerische Kantilenen zu zelebrieren. Komponist Christoph Cech wiederum ist auch ein Pianist von überragender Technik wie Dynamik. Und Peter Herbert ist ein Bassist, dessen instrumentaler Stil auratisch strahlt – ob vom Hintergrund aus meditierend oder an der "Rampe".

Kunst des Linearen

Nimmt man den Titelsong, also Springlink, erlebt man auf Basis einer pittoresken, sanften Stimmung Hegingers elegante Kunst des Linearen wie auch Herberts mit Flageolett gewürzte Begleitriffs, über die Cech seine Improvisationen ausbreitet. Alle drei Künstler trugen Kompositionen bei, was zusätzlich für interessante Ausdrucksbreite garantiert. Zwischen schönen Balladen (Hegingers Avalon) und etwa Cechs hitzig mainstreamigem Nos’n mit opernhaftem Scherzeinschlag. (toš, Rondo, DER STANDARD, 20.3.2015)

  • Heginger/Herbert/Cech: "springlink" (ALR)
    cover: alr

    Heginger/Herbert/Cech: "springlink" (ALR)

Share if you care.