Erwartete Immo-Steuer-Einnahmen viel zu niedrig

18. März 2015, 11:34
19 Postings

Frage des Inkrafttreten der Steuererhöhung wird laut Finanzministerium bis Mai geklärt

Wien - Die Erhöhung der Grunderwerbsteuer sei eine rein fiskalpolitische Maßnahme, da nicht davon aus zu gehen sei, dass es plötzlich mehr Todesfälle gibt, sagte der Chef der S-Bausparkasse Josef Schmidinger. Er hält die vom Finanzministerium erwarteten Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer von 35 Mio. Euro pro Jahr für "weit untertrieben". Es werden laut Schmidinger "weit über 300 Mio. Euro sein". Erstens weil die Immobilien in den vergangenen Jahren deutlich an Wert gewonnen haben und zweitens das durchschnittliche Einfamilienhaus in Österreich heute zwischen 250.000 und 300.000 Euro koste.

Das beispielhaft genannte Haus in Hartberg um 104.000 Euro sei nicht realistisch und nicht repräsentativ, selbst bei ihm am Strengberg kosten die Häuser um die 350.000 Euro.

Zur Feststellung des Verkehrswertes meinte der Immobilien-Experte, dass bei einer künftigen Verwertung ein gerichtlich beeideter Sachverständiger ein Schätzgutachten erstellen wird müssen. Dessen Kosten: zwischen 800 und 1200 Euro. Denn der Immobilienspiegel der Wirtschaftskammer sei zu unpräzise. Dort werde ein Richtwert etwa für Wien und Umgebung genannt. Die Finanz braucht aber den Verkehrswert für das spezielle Grundstück bzw. die zu verkaufende Immobilie.

Schmidinger meinte zudem auf Frage des STANDARD, dass man sich nicht darauf verlassen sollte, dass das Immo-Gesetz mit 1.1.2016 in Kraft trete. Um etwaige Vorzieh-Effekte zu vermeiden, könnten die Änderungen per 15.3. (dem Verkünden der Änderungen), oder auch per Inkraftren des Gesetzes wahrscheinlich im Juni oder Juli erfolgen. Aus dem Finanzministerium heißt es dazu zum STANDARD: Diese Details werden bis Mai geklärt. (cr, derStandard.at, 18.3.2015)

Share if you care.