Flüssigbiopsie bei metastasiertem Darmkrebs wird erprobt

18. März 2015, 09:22
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Die neue Methode könnte schon bald die Gewebsentnahme ersetzen. Ziel der Blutentahme ist, Resistenzen gegen Medikamente früh zu erkennen und gegenzusteuern

Eine der Herausforderungen im Bereich der individualisierten Medizin ist die Entstehung von Therapieresistenzen. Am Comprehensive Cancer Center (CCC) Vienna der MedUni Wien und des AKH Wien startet nun eine Studie an PatientInnen mit metastasiertem Darmkrebs, die ein neues Diagnoseverfahren, die Flüssigbiopsie in Form eines Bluttests, untersucht. Das Ziel ist es, mit dem neuen Verfahren die Resistenzbildung des Tumors frühzeitig zu erkennen und damit rasch und zielgerichtet eine Therapieanpassung zu ermöglichen.

Gerald Prager, Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien und des AKH Wien sowie Mitglied des CCC und Leiter der neuen Studie erklärt anlässlich des internationalen Darmkrebs-Monats März: "Tumoren ändern unter der Therapie häufig ihre biologischen Eigenschaften. Das ermöglicht es ihnen, Resistenzen gegen die Behandlung auszubilden.

Um die Veränderungen erkennen und in Folge mit Medikamenten auf diese reagieren zu können, wären regelmäßige Entnahmen von Tumorgewebe, also Biopsien, nötig. Diese werdenzum Beispiel. im Zuge von kleinen Operationen oder während einer Computertomographie entnommen, bergen jedoch für die PatientInnen ein Risiko und sind belastend."

Für Patienten schonender

Flüssigbiopsien nutzen die Tatsache, dass Tumoren und ihre Metastasen Tumorzellen und Fragmente von Tumor-DNA ausscheiden, die dann im Blut zirkulieren. Da Blutabnahmen die PatientInnen meist kaum belasten, und darüber hinaus auch leichter, schneller und kostengünstiger als Gewebsbiopsien durchzuführen sind, würde die Etablierung von Flüssigbiopsien als Standardverfahren einen Meilenstein in der Verlaufsdiagnostik und somit in der Behandlung von metastasiertem Darmkrebs bedeuten.

Die neue klinische Studie, die den Namen CRC-RELY (Colorectal Cancer Regorafenib Liquid Biopsy) trägt, ist ein multizentrisches Projekt unter der Leitung der MedUni Wien und unter aktiver Mitwirkung anderer Spitäler in Österreich, Italien und der Schweiz. Prager: "Wir zählen mit dieser klinischen Studie zu den ersten Einrichtungen weltweit, die sich mit der Etablierung dieses Diagnoseverfahrens auseinandersetzen." (APA,red, derStandard.at, 18.3.2015)

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